Die Spielzeit 18/19 in Würzburg:

Mainfranken Theater widmet sich dem Heimatbegriff

Der zurzeit viel diskutierte Heimatbegriff inspirierte das Mainfranken Theater zu seinem Spielplan für die Saison 18/19. Kontinuität und Wandel zeichnen dabei auch die dritte Spielzeit von Intendant Markus Trabusch in Würzburg aus: Bewährte Strategien treffen auf neue künstlerische Impulse und Formate.

Jeder ist mit allem und jedem vernetzt. Märkte scheinen keine Barrieren mehr zu kennen. Die Deutschen gehören zu den Reiseweltmeistern. Grenzenlose Mobilität und permanenter Wandel sind die Maximen unseres Handelns und Seins. Das Konstrukt „Heimat“ wirkt da wie ein Anachronismus, ein Vehikel aus alten Tagen. Im WLAN ist Heimat nur einen Klick entfernt.

Doch es gibt auch die andere Seite: Menschen verlieren Tag für Tag aufgrund von Bedrohung, Hunger und Krieg ihre Heimat. Während sie in fremden Ländern die Chance auf ein Leben, vielleicht ein neues Zuhause für sich suchen, geht dort, wo sie ankommen wollen, bisweilen die Angst um: vor der Veränderung, vor sogenannter Überfremdung, vor einem Verlust des vertrauten Umfelds. Separatistische Bewegungen und Parteien am rechten Rand des Spektrums, die vielerorts Zulauf erhalten, stehen für einen neuen Nationalismus. Sie predigen ihren eigenen Heimatbegriff und reklamieren das Recht auf dessen Ausdeutung für sich.

Was also ist Heimat? Und wo? Muss sie erzählt werden? Wird sie vom Hirn erst zur Heimat konstruiert? Das Mainfranken Theater widmet sich dieser Auseinandersetzung in einer Zeit, in der das Haus aufgrund seiner begonnenen Erweiterungs- und Sanierungsarbeiten selbst seine Heimstatt verwandelt. Entstanden ist ein Spielplan, der die Möglichkeit bietet, sich dem Thema auf unterschiedliche Weise zu nähern, aus der wechselseitigen Beleuchtung von Stücken neue Erkenntnisse zu gewinnen oder auch völlig losgelöst davon auf individuelle Entdeckungsreise zu gehen.

Zu den Höhepunkten des Programms zählen im Musiktheater Puccinis "La Bohème" und Wagners "Götterdämmerung" – großzügig unterstützt vom Würzburger Wagnerverband –, im Schauspiel Dürrenmatts "Besuch der alten Dame" und Kleists "Prinz Friedrich von Homburg" und in der neuen Tanzsparte, die sich mit gleich drei Premieren im Großen Haus präsentiert, "Chansons" sowie der Beethoven-Abend "Ludwigs Leidenschaften". Das Philharmonische Orchester Würzburg wartet unter anderem mit Smetanas "Mein Vaterland" und Bruckners achter Sinfonie auf.

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