NR. 14/26 | 30.10.26
Erfolgsfilm nach Hape Kerkeling und Doris Heinze auf der Bühne – CLUB LAS PIRANJAS ab 20. November

WILLKOMMEN IM CLUB LAS PIRANJAS! URLAUBSSATIRE MIT SONNE, STRAND UND STRESS AM MAINFRANKEN THEATER

Paradies gebucht, Alptraum inklusive – Regisseur Murat Yeginer bringt den komödiantischen Film-Klassiker Club las Piranjas von 1995 um eine schrullige Reisegruppe und ihre Animateure auf die Bühne des Mainfranken Theaters. Am 20. November um 19:30 Uhr feiert die Urlaubssatire nach Hape Kerkeling und Doris Heinze in der Fassung von William Danne in der Blauen Halle Premiere.
Von der Blauen Halle ans Blaue Meer. Ein nicht näher definiertes Feriendomizil irgendwo im Süden, in dem Cocktails geschlürft und der Alltag hinter sich gelassen werden kann – das ist zumindest das Versprechen, dem die bunt zusammengewürfelte Urlauber:innengruppe folgt. Mit dabei sind die rüstige Rentnerin Herta aus Kassel, Abteilungsleiterin Margot, der alleinstehende Kurt und die Schadletzkis, als Familie bereits eine Attraktion an sich.

Um den Wahnsinn komplett zu machen, treffen sie auf die daueralkoholisierte Clubbesitzerin Frau Dr. Wenger sowie Biggi und Edwin, die als hochmotivierte Animateure zunächst versuchen, über die desaströsen Zustände im Club las Piranjas hinwegzutäuschen. Dass das Werbevideo, das alle hergelockt hat, nicht ganz der Wahrheit entspricht, wird den Urlauber:innen jedoch schnell schmerzhaft klar.

Der Urlaub entpuppt sich als Hölle auf Erden: Doppelt belegte Zimmer, abmontierte Klos, Frühstück im Schichtbetrieb, Ganztags-Animation mit Teilnahmezwang und ein Swimmingpool ohne Wasser sind an der Tagesordnung. Und so schmieden bald die ersten Urlauber:innen Pläne zum Ausbruch aus dem Hochsicherheitstrakt.

Club las Piranjas ist eine schrullig-skurrile Satire auf den Glückszwang im All-Inclusive-Urlaub.

Team
Inszenierung: Murat Yeginer
Musikalische Leitung: Ulrich Kleideiter
Ausstattung: Stephanie Kniesbeck
Choreografie: Sorina Kiefer
Licht: Lutz Deppe
Dramaturgie: Thorben Meißner

Besetzung
Barbara Schöller (Frau Dr. Wenger)
Julia Baukus (Margot)
Patricia Schäfer (Herta)
Nina Mohr (Biggi)
Katharina Stehr (Hildegard)
Geronimo Hartig (Kurt)
Philipp Scholz (Edwin)
Leon Schamlott (Karl-Heinz)
Ulrich Kleideiter (Alfonso)

Premiere
20. November | 19:30 Uhr

Ort
Theaterfabrik Blaue Halle

Die nächsten Termine
28. November | 19:30 Uhr
5. Dezember | 19:30 Uhr
9. Dezember | 19:30 Uhr
10. Dezember | 19:30 Uhr

Weitere Informationen und Termine finden Sie online.
Tickets sind über den Online-Spielplan, telefonisch unter + 49 931 375-375, per Mail an karten@mainfrankentheater.de oder an der Theaterkasse im Theaterneubau erhältlich.
NR. 11/26 | 19.10.26
Zurück im Maschinenraum der Gesellschaft – Wiederaufnahme der Dreigroschenoper

DREIGROSCHENOPER: DAS SPIEL UM MACHT, GELD UND MORAL WIEDER AM MAINFRANKEN THEATER

Bertolt Brechts und Kurt Weills Meisterwerk über kleine und große Kriminalität und die Frage, ob man sich Moral leisten können muss, kommt zurück auf die Bühne des Mainfranken Theaters. Die erfolgreiche Inszenierung von Die Dreigroschenoper in der Regie von Till Kleine-Möller ist ab dem 6. November 2026 wieder im Kleinen Haus zu sehen. Drei Vorstellungstermine sind Teil des barrierearmen Angebots am Mainfranken Theater.
„Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ Die Fragen, die Bertolt Brecht (Text) und Kurt Weill (Musik) unter Mitarbeit von Elisabeth Hauptmann 1928 in ihrer scharfen Gesellschaftskritik aufwarfen, haben auch fast 100 Jahre später an Aktualität nichts verloren. Vergangene Spielzeit brachte Regisseur Till Kleine-Möller den Klassiker in moderner, industrieller Ästhetik auf die Bühne. Nun kommt die temporeiche Inszenierung, die Die Dreigroschenoper in Brecht’scher Manier als „Spiel im Spiel“ zeigt, wieder zurück ins Kleine Haus des Mainfranken Theaters.

Im Rahmen des barrierearmen Angebots am Mainfranken Theater wird die Premiere am 6. November in Deutsche Gebärdensprache übersetzt, Kartenbestellungen erfolgen über karten@mainfrankentheater.de. Außerdem wird am 19. Dezember und 21. Februar eine Live-Audiodeskription mit einer speziellen Tastführung vor der Vorstellung angeboten. Karten sind über den Anbieter HörMal erhältlich.

In den Hauptrollen sind neue Mitglieder aus dem Schauspiel-Ensemble zu erleben. Philipp Scholz verkörpert den Banditen Macheath, genannt Mackie Messer, der die Unternehmer-Tochter Polly Peachum heiratet. In der Rolle von Polly ist Alisha-Vivienne Hellmuth zu sehen.

Zum Stück
Zur Vermählung gratuliert dem glücklichen Paar neben Macheaths Spießgesellen auch der Polizeichef Tiger Brown, der mit Mackie seit ihrer gemeinsamen Zeit bei der Armee befreundet ist und bei dessen zwielichtigen Geschäften regelmäßig beide Augen zudrückt. Was weder Brown noch Polly wissen: Nicht nur Polly, sondern auch Browns eigene Tochter Lucy ist Macheaths Verführungskünsten erlegen!
Pollys Vater Jonathan Peachum ist erfolgreicher Betreiber der Firma „Bettlers Freund“, und hat bei der heimlich geschlossenen Ehe auch noch ein Wort mitzureden. Er strebt nicht nur die schnellstmögliche Scheidung des frischvermählten Paares an, sondern will Macheath für seine Untaten am liebsten gleich am Galgen sehen. Seine Frau Celia stellt Mackie Messer eine Falle: Sie besticht die „Huren von Soho“, die Mac auch prompt der Gendarmerie ausliefern, als dieser sie aller Warnungen zum Trotz wie jeden Donnerstag besuchen kommt. Während Macheath im Kerker von Old Bailey Pläne schmiedet, um der Hinrichtung zu entgehen, hat Polizeichef Brown ganz andere Sorgen: Der feierliche Krönungszug der Königin von England steht an – da ist ein sich androhender Aufstand der Hungerleidenden und Armen auf Londons Straßen das Letzte, was er gebrauchen kann.

Altersempfehlung ab 14 Jahren

Team
Inszenierung, Bühnenbild, Choreografie, Licht: Till Kleine-Möller
Co-Bühnenbildner: Chris Leon Wedtrat
Kostüme: Sara Naranjo
Musikalische Leitung: Adrian Sieber

Besetzung
Philipp Scholz (Macheath)
Hannes Berg (J. J. Peachum / Bandit / "Hure")
Nina Mohr (Mrs. Peachum / "Hure")
Alisha-Vivienne Hellmuth (Polly Peachum)
Zlatko Maltar (Tiger Brown)
Barbara Schöller (Lucy Brown / Bandit / "Hure" / Bettler)
Laura Storz (Jenny / Bandit / Bettler)
Geronimo Hartig (Filch / Bandit)
Sophia Jelena Bobić (Smith / Bandit / "Hure" / Bettler)
Magdalena Busler (Kleine Flöte, Flöte, Klarinette, Altsaxophon)
André Petrick (Klarinette, Sopransaxophon, Tenorsaxophon)
Mike Bräutigam (Trompete)
Lukas Grimm (Posaune)
Adrian Sieber (Banjo, Gitarre, Hawaiigitarre, Mandoline, Akkordeon, Violoncello,Trompete)
Tobias Schirmer (Pauken, Schlagzeug, Kontrabass, Trompete)
Jieun Baek (Klavier, Harmonium)
Claudia Bienek, Marie Koch (Statisterie)

Wiederaufnahme-Premiere
6. November 2026 | 19:30 Uhr | 19:00 Einführung

Ort
Kleines Haus

Die nächsten Termine
29.11. | 15:00 Uhr | 14:30 Uhr Einführung
19.12. | 19:30 Uhr| 19:00 Uhr Einführung
31.1. | 19:30 Uhr | 19:00 Uhr Einführung
23.1. | 19:30 Uhr | 19:00 Uhr Einführung

Weitere Informationen und Termine finden Sie online.
Tickets sind über den Online-Spielplan, telefonisch unter + 49 931 375-375, per Mail an karten@mainfrankentheater.de oder an der Theaterkasse im Theaterneubau erhältlich.
NR. 08/26 | 6.10.26
Schachpartie mit Zwischentönen – Alicia Geugelin inszeniert Verdi

MACHT, GIER, WAHNSINN: NABUCCO ERÖFFNET DIE OPERNSAISON AM MAINFRANKEN THEATER

Mit einer bildgewaltigen Inszenierung von Nabucco präsentiert das Mainfranken Theater Würzburg in der Theaterfabrik Blaue Halle am 17. Oktober 2026 die erste Musiktheater-Premiere der Spielzeit 2026/27. Regisseurin Alicia Geugelin versetzt das hochkarätige Solist:innenensemble und den übergroßen Chor in die Welt des Schachspiels – in einer schwarzweißen Szenerie entfesseln sich Größenwahn und Intrigen um Macht und Gier in einer Gleichzeitigkeit von Hass und Liebe zwischen den Charakteren.
Für seine dritte Oper wählte Verdi einen Stoff aus dem Alten Testament: Der babylonische König Nabucco, der Nebukadnezar der Bibel, hat das hebräische Volk besiegt und in seine Hauptstadt verschleppt. Seine jüngere Tochter Fenena, die den Hebräer Ismaele liebt, versucht zwischen den beiden Völkern zu vermitteln, wodurch sich das junge Paar aber den Unmut beider Seiten zuzieht. Als Nabucco sich siegestrunken selbst zum Gott erklärt, verfällt er dem Wahnsinn, und seine ältere Tochter Abigaille entmachtet ihn. In Kerkerhaft gewinnt er allmählich seinen Verstand wieder und sieht sein Unrecht ein; zurück an der Macht lässt er die Hebräer frei und huldigt ihrem Gott.

Für die Darstellung zweier Lager, die sich feindselig gegenüberstehen, ließ sich das Team aus Regisseurin Alicia Geugelin, deren Inszenierung Dollhouse an der Hamburger Staatsoper 2025 für den Theaterpreis „Der Faust“ nominiert war, Bühnenbildnerin Letycia Rossi und Kostümbildnerin Pia Preuß von der Welt des Schachs inspirieren, mit viel Raum für Assoziation und Phantasie. Was deutlich wird: Die Personen entziehen sich einer Darstellung in Schwarz-Weiß. Sie sind vielschichtiger, zerrissener, verfolgen ihre ganz eigenen, teils widersprüchlichen Ziele, unmissverständlich vermittelt durch die Musik dieser 1842 in Mailand uraufgeführten Oper, die für Giuseppe Verdi den Durchbruch bedeutete.

Für tragende Partien konnten hochkarätige Gäste ans Mainfranken Theater engagiert werden: Alejandro Marco-Buhrmester, der für die gesamte Spielzeit 2026/27 verpflichtet wurde, besetzt die Titelpartie. Die starken Frauenfiguren Abigaille und Fenena werden von Hulkar Sabirova und Ensemblemitglied Vero Miller verkörpert, und als Ismaele ist Iurie Ciobanu zu erleben. Darstellerisch und musikalisch für Nabucco essentiell: Der übergroße und wirkungsmächtige Chor, der die zwei Völker eindrucksvoll verbildlicht. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Generalmusikdirektor Mark Rohde, es spielt das Philharmonische Orchester Würzburg.

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Altersempfehlung ab 13 Jahren

Team
Musikalische Leitung: Mark Rohde
Inszenierung: Alicia Geugelin
Bühnenbild: Letycia Rossi
Kostümbild: Pia Preuß
Licht: Andreas Rehfeld
Video: Krzysztof Honowski, Ruth Stofer
Kamera: Laura Emma Hansen
Choreinstudierung: Pawel Serafin

Besetzung
Alejandro Marco-Buhrmester (Nabucco)
Iurie Ciobanu (Ismaele)
Hulkar Sabirova (Abigaille)
Vero Miller (Fenena)
Shavleg Armasi (Zaccaria)
Milena Arsovska (Anna)
Mathew Habib (Abdallo)
Benedikt Al Daimi (Gran Sacerdote)
Opernchor des Mainfranken Theaters Würzburg, Extrachor des Mainfranken Theaters Würzburg
Philharmonisches Orchester Würzburg

Premiere
17. Oktober 2026 | 19:30 Uhr | 18:50 Uhr Einführung

Ort
Theaterfabrik Blaue Halle

Die nächsten Termine
25. Oktober | 15:00 Uhr
1. November | 18:00 Uhr
8. November | 18:00 Uhr
15. November | 18:00 Uhr


Weitere Termine und Informationen finden Sie online.
Tickets sind über den Online-Spielplan, telefonisch unter + 49 931 375-375, per Mail an karten@mainfrankentheater.de oder an der Theaterkasse im Theaterneubau erhältlich.
NR. 07/26 | 5.10.26
Publikums-Hit "Kurzschluss" kommt nach Würzburg

HUMORVOLL UND FEINFÜHLIG: INTERAKTIVE KOMÖDIE „KURZSCHLUSS“ VON NOA LAZAR-KEINAN AB DEM 15. OKTOBER AM MAINFRANKEN THEATER

Ab dem 15. Oktober ist die erfolgreiche interaktive Komödie Kurzschluss der israelischen Theaterautorin Noa Lazar-Keinan am Mainfranken Theater Würzburg zu erleben. Mit zugleich großer Sensibilität, aber auch einer Prise Humor, setzt sich das Stück mit Neurodivergenz im Familienalltag auseinander. Das Stück begleitet das Paar Neta und David, bei deren Sohn eine Autismus-Diagnose im Raum steht. Personen im Publikum haben in kurzen improvisierten Szenen die Möglichkeit, Teil der Handlung zu werden.
Überfordernde Situationen im Familienalltag, die zu intensiven „Kurzschluss“-Momenten führen – fast jeder hat so etwas schon erlebt. Genau hier nimmt die Inszenierung Kurzschluss das Publikum mit in das trubelige Leben von Neta und David, einem modernen Paar, das gemeinsam zwei Kinder großzieht. Als bei ihrem Sohn Itamar Autismus diagnostiziert werden soll, stellt das ihre Beziehung vor neue Herausforderungen. Zwischen Sorgen, unterschiedlichen Vorstellungen und den Herausforderungen des Familienlebens müssen sie sich fragen, was ihr Sohn wirklich braucht und welche Bedürfnisse sie selbst eigentlich haben.

Mit großer Ernsthaftigkeit in den Themen und mit wunderbarem Humor in den Dialogen, erzählt das Stück von den berührenden und herausfordernden, witzigen und tiefgründigen Momenten der Familie. Das Publikum hat in einzelnen Momenten die Möglichkeit, leicht verständliche Regieanweisungen der Schauspieler:innen zu befolgen. Wer möchte, kann auf diese Weise für eine Szene in eine Nebenrolle schlüpfen und das Geschehen auf der Bühne aktiv mitgestalten.
Kurzschluss zeigt die Protagonist:innen unverstellt und greifbar in ihren Emotionen. Denn im Grunde genommen, sind sie eine ganz normale Familie. Und was ist denn überhaupt normal?

Das Stück ist eine Übernahme der deutschsprachigen Erstaufführung vom Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau. Hier entwickelte es sich zu einem riesigen Erfolg und begeisterte und berührte zwei Spielzeiten lang die Zuschauer:innen.

Noa Lazar-Keinan, 1977 in Israel geboren, ist Schauspielerin und Autorin sowie selbst Mutter eines Kindes mit Autismus. In ihren Werken schafft sie es auf beeindruckende Weise, in Ausnahmesituationen die Alltäglichkeit zu finden und herauszustellen.

Im Anschluss an jede Vorstellung wird es ein Nachgespräch geben.

Altersempfehlung ab 14 Jahren.


Team
Inszenierung: Friederike Drews
Bühnen- und Kostümbild: Ev Benzing
Dramaturgie: Malte Lutz, Tanja Milošević

Besetzung
Marc Schützenhofer
Katharina Stehr

Premiere
15. Oktober 2026 | 19:30

Ort
Probebühne, Theaterneubau, Theaterstraße 21

Die nächsten Termine
15. Oktober | 19:30 Uhr
18. Oktober | 18:00 Uhr
21. Oktober | 19:30 Uhr
28. Oktober | 19:30 Uhr

NR. 05/26 | 25.9.26
Uraufführung am 10. Oktober am Mainfranken Theater Würzburg

"Von drei Millionen drei“ – Inszenierung nach den Würzburg-Romanen von Leonhard Frank


Mit Von drei Millionen drei beginnt am Mainfranken Theater Würzburg am 10. Oktober im Kleinen Haus die neue Spielzeit mit einer Uraufführung. Ingo Putz, preisgekrönter Regisseur und neuer Schauspieldirektor am Haus, verwebt den Stoff der Würzburg-Romane des hiesigen Autors Leonhard Frank zu einer großen Erzählung. Die Stadt wird darin zum Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklungen.
Im Zentrum steht der Roman Von drei Millionen drei, den Leonhard Frank 1932 veröffentlichte – der erste Arbeitslosenroman. Es ist die Geschichte dreier Freunde in Zeiten der Weltwirtschaftskrise, geprägt von Verarmung, Arbeitslosigkeit und sozialer Ungerechtigkeit. In Putz‘ Inszenierung überlagern sich die Erfahrungen der drei immer wieder mit den Auftritten von Kindern – den Protagonisten aus Die Räuberbande, Franks 1914 erschienenem Roman. Begleitet werden die Freunde außerdem von dem zugelaufenen Hund Hammelchen, verkörpert durch ein raffiniertes Figurentheater. Darsteller Leon Schamlott agiert hier neben seiner Rolle auch als Puppenspieler des „vierten Weggefährten“ und zeigt somit einen neuen Schwerpunkt im Schauspiel-Ensemble des Mainfranken Theaters.
Ingo Putz bringt Leonhard Franks Stimme gegen Krieg, Ausbeutung und soziale Missstände bildgewaltig auf die Bühne. Die Protagonisten inszeniert er – im wahrsten Sinne des Wortes – durchtränkt von Schwermut. Gemeinsam mit seiner Ausstatterin Marie Vecchio platziert er als visuelles Zentrum des Bühnenbilds ein großes Wasserbecken, welches viele Assoziationsräume eröffnet. Mal ist es Sinnbild für den Main, mal für den Vierröhrenbrunnen, oder auch für den Atlantik.

Während die Kinder in Die Räuberbande noch vom Ausbruch aus den engen und erdrückenden Verhältnissen ihrer Heimat träumten, sind der Schreiber, der Schneider und der Fabrikarbeiter überwältigt von Vernunft und Anpassung. Sie leben das festgefahrene Leben ihrer Väter weiter, gegen das sie einst rebellierten. Als sie Armut und Arbeitslosigkeit aus der Stadt treiben, gelingt es ihnen schließlich, ihren Kindheitstraum wahr zu machen und sich nach Südamerika durchzuschlagen. Dort werden sie in einen Umsturz verwickelt und müssen zurück nach Europa. Sie versuchen ihr Glück in Marseille, flüchten weiter nach Italien, landen im verarmten Berlin und finden sich schließlich in Würzburg wieder. Die Irrfahrt endet genau dort, wo sie startete.

Ingo Putz ist mit Beginn der Spielzeit 2026/27 Schauspieldirektor am Mainfranken Theater und folgte somit Intendant Dr. Daniel Morgenroth vom Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau nach Würzburg. Er wurde 2014 und 2024 erneut mit dem Hamburger Theaterpreis Rolf Mares ausgezeichnet sowie 2018 mit dem Monica Bleibtreu Preis. Seine Inszenierung Das beispielhafte Leben des Samuel W. wurde zu den Autor:innentheatertagen am Deutschen Theater in Berlin, dem Heidelberger Stückemarkt sowie den Mühlheimer Theatertagen eingeladen.

Leonhard Frank wird 1882 in armen Verhältnissen im Alten Mainviertel geboren und verbringt Kindheit und Jugend in Würzburg. Als Erwachsener geht er nach München zum Studium der Kunst, wegen seiner pazifistischen Haltung verbringt er den Ersten Weltkrieg im Schweizer Exil. 1933 muss er aufgrund der politischen Entwicklung in Deutschland zum zweiten Mal das Land verlassen, über verschiedene Stationen landet er 1940 in den USA und bleibt dort für zehn Jahre. Danach kehrt er zurück nach Deutschland und verbringt die letzten Jahre seines Lebens in München, wo er 1961 stirbt. Er galt in seiner Zeit als einer der bedeutendsten Schriftsteller gegen den Krieg und die ungerechten Verhältnisse. 1932 veröffentlichte er den ersten Arbeitslosenroman. Dieses Jahr würdigt die Stadt Würzburg den 65. Todestag des Autors und Pazifisten.

Leonhard-Frank-Preis
Mit der Spielzeit 2026/27 hat das Mainfranken Theater Würzburg den Leonhard-Frank-Preis für Politisches Theater neu aufgesetzt. Er wird nun zweijährlich vergeben, ist mit 5.000 Euro dotiert und mit einer Uraufführung am Mainfranken Theater Würzburg verbunden. Ziel ist es, neue und herausfordernde Stimmen in der Gegenwartsdramatik zu fördern. Einsendungen sind noch bis zum 30. September möglich.

Besetzung
Loris Kubeng, Leon Schamlott, Hannes Berg, Patricia Schäfer, Nina Mohr, Ellen Neuser (Gast)

Team
Regie: Ingo Putz
Bühnen- und Kostümbild: Marie Vecchio
Dramaturgie: Thorben Meißner
Licht: Ernst Schießl

Veranstaltungsort
Kleines Haus, Mainfranken Theater Würzburg

Uraufführung
Sa 10.Oktober 2026 | 19:30 Uhr
19:00 Uhr Einführung

Die nächsten Termine
Mi 14.10. | 19:30 Uhr | 19:00 Uhr Einführung
Sa 17.10. | 19:30 Uhr | 19:00 Uhr Einführung
Di 20.10. | 19:30 Uhr | 19:00 Uhr Einführung
Fr 23.10. | 19:30 Uhr | 19:00 Uhr Einführung
Sa 24.10. | 19:30 Uhr | 19:00 Uhr Einführung

Weitere Informationen und Termine finden Sie online.
Tickets sind über den Online-Spielplan, telefonisch unter + 49 931 375-375, per Mail an karten@mainfrankentheater.de oder an der Theaterkasse im Theaterneubau erhältlich.
Nr. 10/26 | 4.3.26
Ab 7. März in der Theaterfabrik Blaue Halle

Beethovens "FIDELIO" feiert Premiere

WÜRZBURG, 4. März –Beethovens einzige Oper weist über das persönliche Schicksal ihrer Figuren hinaus: Fidelio ist ein Plädoyer für Freiheit, Gerechtigkeit und die Überwindung von Tyrannei. Die Inszenierung von Intendant Georg Rootering mit Maida Hundeling in der Titelpartie der Leonore/ Fidelio ist ab dem 7. März in der Blauen Halle zu erleben.
Über das Stück

Florestan ist verschwunden. Seine Frau Leonore ahnt, dass er als politischer Gefangener in jenem Staatsgefängnis schmachtet, über das Florestans Widersacher Don Pizarro als Gouverneur wacht. Als Mann verkleidet und unter dem Namen Fidelio nimmt Leonore eine Stelle als Gehilfe des Kerkermeisters Rocco an, um Gewissheit zu erlangen – und Florestan zu retten. Eine Nachricht des Ministers kündigt eine Inspektion an, da im Gefängnis willkürliche Gewalt vermutet wird. Pizarro fühlt sich bedroht und plant die heimliche Ermordung Florestans, Rocco und Fidelio sollen im Verlies sein Grab schaufeln. Als Pizarro dort selbst erscheint, die Mordtat zu vollstrecken, gibt sich Leonore als Frau zu erkennen und zieht in höchster Not eine Pistole …

Mit Fidelio gelang Beethoven eine Oper, die über das persönliche Schicksal ihrer Figuren hinausweist: ein Plädoyer für Freiheit, Gerechtigkeit und die Überwindung von Tyrannei. In seiner Kompromisslosigkeit erscheint Fidelio als leuchtendes Gegenbild zu Cherubinis tragischer Medea (1797), die das Mainfranken Theater vergangene Saison neu herausbrachte. Beide Werke entstanden im Abstand von acht Jahren, beide spiegeln auf je eigene Weise Triumph und Tragik, Ideale und Verheerungen der Französischen Revolution. Beethoven bewunderte Cherubini zutiefst, der seinerseits dem jüngeren Kollegen die Ehre erwies und der Uraufführung des Fidelio in Wien am 20. November 1805 beiwohnte. Ihren Siegeszug auf den Opernbühnen der Welt trat Beethovens einzige Oper jedoch erst mit der überarbeiteten Fassung vom 23. Mai 1814 an.

Regie

Die Inszenierung übernimmt Intendant Georg Rootering. Nach der Regiearbeit für das Schauspiel Der Kontrabass ist dies seine zweite Arbeit am Mainfranken Theater in dieser Spielzeit. Für Bühnen- und Kostümbild zeichnet Lukas Noll verantwortlich.
Besetzung

In der Titelpartie der Leonore ist Maida Hundeling zu erleben. Die Sopranistin ist spezialisiert auf deutsches Repertoire und ist eine weltweit gefragte Sängerin. Zuletzt sang sie die Titelrollen in Turandot und Fidelio in Bratislava und ist nun erstmals am Mainfranken Theater zu Gast. An ihrer Seite übernimmt der renommierte Bassbariton Jochen Kupfer – Festengagements führten ihn u.a. an die Semperoper Dresden und das Staatstheater Nürnberg – den die Partie des Don Pizarro. Der australische Tenor Brad Cooper, der im vergangenen November ein viel beachtetes Debüt als Tristan am Theater Münster gab und dem Würzburger Publikum aus Produktionen wie Medea, Die Sache Makropulos und Wozzeck bestens bekannt ist, ist in der Rolle des Florestan zu erleben. Die weiteren Partien sind aus dem Würzburger Opernensemble besetzt: Leo Hyunho Kim (Don Fernando), Gabriel Fortunas (Rocco), Milena Arsovska (Marzelline) sowie Mathew Habib (Jaquino). Ferner wirken mit der Opern- und Extrachor unter der Einstudierung von Chordirektor Paweł Serafin und die Komparserie des Mainfranken Theaters. Die Musikalische Gesamtleitung liegt in Händen von Generalmusikdirektor Mark Rohde.

Die nächsten Termine

15.3.26 | 18:00 Uhr
17.3.26 | 19:30 Uhr
26.3.26 | 19:30 Uhr
28.3.26 | 19:30 Uhr
19.4.26 | 18:00 Uhr

Weitere Infos und Vorstellungstermine finden Sie unter https://www.mainfrankentheater.de/fidelio. Tickets sind über den Online-Spielplan, telefonisch unter + 49 931 375-375, per Mail an karten@mainfrankentheater.de oder an der Theaterkasse im Theaterneubau erhältlich.
Nr. 8/2026 | 19.2.26
Wiederaufnahme in der Probebühne

"WAS WANDA WILL" ab 22. Februar

WÜRZBURG, 19. Februar – 2023 veröffentlichte Lena Hach mit ihrem Kinder-Kriminalroman Was Wanda will eine kluge, humorvolle und vor allem spannende Geschichte über Zusammenhalt, Freundschaft und Mut. In der Inszenierung von Wolfgang Michalek steht sie ab dem 22. Februar als Schauspiel erneut auf dem Spielplan des Mainfranken Theaters.
Über das Stück

Als Wanda ihre neue Schule betritt, hat sie einen Plan. Einen geheimen Plan, von dem erstmal niemand etwas wissen darf. Auf dem Weg zum Unterricht trifft sie auf David, genannt „Der Meister“. Er scheint in der Schule den Überblick zu haben und beherrscht Täuschungsmanöver wie kein Zweiter. Wanda ist sich sicher – wenn sie ihn für sich gewinnt, ist das der erste Schritt zur Umsetzung ihres Vorhabens. Und dieses ist spektakulär: Es handelt sich dabei um nichts Geringeres als einen Einbruch in die große Stadtvilla, aus der sie einen wertvollen Tennisball stehlen will. Und genau dafür gilt es nun, das richtige Team zu finden. Schnell hat Wanda auch noch andere Kandidat:innen im Blick, zum Beispiel die handwerklich begabte Lynn und Schulze, der so unauffällig ist, dass er sich beinahe unsichtbar machen kann. Verschiedener könnten die auserkorenen Teammitglieder nicht sein – und genau deshalb ergänzen sie sich perfekt. Leider sind nicht alle sofort von Wandas Plan begeistert, oder eher von Wanda überhaupt. Aber davon lässt sie sich nicht entmutigen. Schließlich ist alles, was zählt, die gelungene Umsetzung ihres Plans. Oder?

Wolfgang Michaleks Inszenierung zeigt Was Wanda will als mitreißende „Ocean’s Eleven-Geschichte“ für Kinder ab 10 Jahren und erschafft dabei eine Hommage an große actionreiche Hollywood-Filme. Der aus Wien stammende Schauspieler und Regisseur war bisher unter anderem am Schauspielhaus Wien, Schauspiel Hannover, Staatsschauspiel Dresden und zuletzt am Düsseldorfer Schauspielhaus engagiert.

Alexander Hümmer und der Verein der Rollstuhlfahrer und ihrer Freunde e.V. Würzburg standen der Produktion beratend und mit einem Coaching im Umgang mit dem Rollstuhl zur Seite.

Regieteam

Wolfgang Michalek (Regie), Catharina Gormanns (Bühnen- und Kostümbild), Philine Bamberger (Dramaturgie), Pauline Kuhn (Video), Laura Legge (Video)

Besetzung

Linda Rohrer (Wanda), Geronimo Hartig (Der Meister), Julia Baukus (Lynn), Laura Storz (Desiree), Nils van der Horst (Schulze), Eva-Lina Wenners (Kai)

Veranstaltungsort: Mainfranken Theater Würzburg, Probebühne

Die nächsten Termine

22.2.26 | 15:00 Uhr
25.2.26 | 19:30 Uhr
2.3.26 | 10:00 Uhr (Schulvorstellung)
3.3.26 | 10:00 Uhr (Schulvorstellung)
4.3.26 | 10:00 Uhr (Schulvorstellung)
17.3.26 | 10:00 Uhr (Schulvorstellung)

Weitere Vorstellungstermine und Infos finden sich unter: mainfrankentheater.de/wanda. Tickets für alle Veranstaltungen sind erhältlich über den Online-Spielplan oder per Mail an karten@mainfrankentheater.de sowie telefonisch unter +49 931 375-375 oder zu den Öffnungszeiten an der Theaterkasse im Theaterneubau.
Nr. 5/2026 | 15.2.26
Inszenierung von Till Kleine-Möller im Kleinen Haus

Premiere am 15. Februar: Bertolt Brechts Dreigroschenoper am Mainfranken Theater

WÜRZBURG, 11. Februar – Am 15. Februar feiert Bertolt Brechts Die Dreigroschenoper mit Musik von Kurt Weill ihre Premiere. Die Produktion bringt das gesellschaftskritische Meisterwerk über Macht, Moral und ökonomische Zwänge auf die Bühne des Kleinen Hauses – eine Geschichte, die in ihrer Haltung bis heute nichts an Aktualität verloren hat. Die Inszenierung liegt in den Händen von Regisseur Till Kleine-Möller, der bereits mit viel Beachtung am Mainfranken Theater tätig war. In der vergangenen Spielzeit verantwortete er unter anderem die erfolgreiche Aufführung von Richard O’Brien’s The Rocky Horror Show und brachte zuletzt Anthony Neilsons Frohes Fest auf die Bühne. Im Musiktheater inszenierte Kleine-Möller Carmen.
Zum Stück

Kleinganovenhochzeit! In einem Pferdestall im Londoner Stadtteil Soho heiratet der Bandit Macheath, genannt Mackie Messer, Polly Peachum, die Tochter des Bettlerkönigs. Zur Vermählung gratuliert dem glücklichen Paar neben Macheaths Spießgesellen auch der Polizeichef Tiger-Brown, der mit Mackie seit ihrer gemeinsamen Zeit bei der Armee befreundet ist und bei dessen zwielichtigen Geschäften regelmäßig beide Augen zudrückt. Was weder Brown noch Polly wissen: Nicht nur Polly, sondern auch Browns eigene Tochter Lucy ist Macheaths Verführungskünsten erlegen!

Pollys Vater, Jonathan Jeremiah Peachum, erfolgreicher Betreiber der Firma „Bettlers Freund“, hat bei der heimlich geschlossenen Ehe auch noch ein Wort mitzureden. Er strebt nicht nur die schnellstmögliche Scheidung des frischvermählten Paares an, sondern will Macheath für seine Untaten am liebsten gleich am Galgen sehen. Seine Frau Celia stellt Mackie Messer eine Falle: Sie besticht die „Huren von Soho“, die Mac auch prompt der Gendarmerie ausliefern, als dieser sie aller Warnungen zum Trotz wie jeden Donnerstag besuchen kommt. Während Macheath im Kerker von Old Bailey Pläne schmiedet, um der Hinrichtung zu entgehen, hat Polizeichef Brown ganz andere Sorgen: Der feierliche Krönungszug der Königin von England steht an – da ist ein sich androhender Aufstand der Hungerleidenden und Armen auf Londons Straßen das Letzte, was er gebrauchen kann …

1928 traf die Uraufführung der Dreigroschenoper mit ihrer schonungslosen Analyse der politischen Verhältnisse den Nerv der Weimarer Republik. Mit dem Komponisten Kurt Weill schuf Brecht eine Oper der „Bettler, Diebe und Huren“ – die sich im Gegensatz zum Bürgertum Moral nicht leisten können.

Besetzung

Martin Liema (Macheath)
Hannes Berg (J.J. Peachum / Trauerweidenwalter / Hure)
Nina Mohr (Celia Peachum / Hure)
Eva-Lina Wenners (Polly Peachum)
Zlatko Maltar (Tiger Brown)
Linda Rohrer (Lucy Brown / Münzmatthias / Hure)
Laura Storz (Spelunkenjenny / Sägerobert)
Geronimo Hartig (Filch / Hakenfingerjakob)
Nils van der Horst (Smith / Ede / Hure)

Statisterie des Mainfranken Theaters

Band

André Petrick / Eva Herberhold (Klarinette, Sopransaxophon, Tenorsaxophon)
Magdalena Busler / Eva Herberhold (Kleine Flöte, Flöte, Klarinette, Altsaxophon)
Maik Bräutigam / Klaus Wangorsch(Trompete)
Lukas Grimm (Posaune)
Adrian Sieber (Banjo, Gitarre, Hawaii-Gitarre, Akkordeon, Violoncello, Trompete)
Tobias Schirmer (Pauken, Schlagzeug, Kontrabass, Trompete)
Jieun Baek (Harmonium, Klavier)

Team

Musikalische Leitung: Adrian Sieber
Regie, Bühnenbild, Choreografie, Licht: Till Kleine-Möller
Co-Bühnenbild, Video: Chris Leon Wedtrat
Kostüme: Sara Naranjo
Dramaturgie: Philine Bamberger
Dramaturgie: Barbara Bily

Die nächsten Termine

15.2.26 | 18:00 Uhr
18.2.26 | 19:30 Uhr
21.2.26 | 19:30 Uhr
24.2.26 | 19:30 Uhr
1.3.26 | 18:00 Uhr

Veranstaltungsort: Mainfranken Theater Würzburg, Kleines Haus

Weitere Vorstellungstermine und Infos finden sich unter: mainfrankentheater.de/dreigroschenoper. Restkarten für einzelne Vorstellungen sind erhältlich über den Online-Spielplan oder per Mail an karten@mainfrankentheater.de sowie telefonisch unter +49 931 375-375 oder zu den Öffnungszeiten an der Theaterkasse im Theaterneubau.
Nr. 3/2026 | 3.2.26
Inszenierung von Tamó Gvenetadze auf der Probebühne

Premiere am 7. Februar: Uraufführung von Annika Henrichs Schauspiel 'Das Rathaus − Liebe Leute'

WÜRZBURG, 3. Februar – Mit der Uraufführung Das Rathaus – Liebe Leute beschäftigt sich das Mainfranken Theater Würzburg in der Gegenwartsdramatik nach Jeeps und Der Fiskus in dieser Spielzeit erneut mit einer Institution unserer Demokratie. Das Stück der Leipziger Autorin Annika Henrich entstand im Rahmen des Leonhard- Frank-Stipendiums für das Mainfranken Theater Würzburg und fragt humorvoll und pointiert nach der (Un-)Möglichkeit von gesellschaftlichem Zusammenhalt und dem Herz des Gemeinwesens. Die Premiere ist am 7. Februar auf der Probebühne.
Über das Stück

Das Rathaus – ein Ort für die Menschen, Herz des Gemeinwesens, Tempel der Demokratie. Im Würzburger Rathaus warten die anonymen Bürger:innen A und B darauf, dass endlich ihre Nummern aufgerufen und sie zu ihrem Termin vorgelassen werden. Die Digitalanzeige zeigt seit geraumer Zeit unverändert die 92 an. A hat die Nummer 54 gezogen, B die 112. Ob die Anzeige hoch- oder runterzählt, lässt sich nicht ermitteln – es bewegt sich nichts. Des Weiteren halten sich im Rathaus auf: eine Standesbeamtin mit Liebeskummer, die sich beim Schreiben ihrer Traureden von der hauseigenen Grafeneckart- KI (GrEck-GPT) beraten lässt und die Frau mit dem Hund, die, seitdem sie sich einen Hund zugelegt hat, nur noch viel einsamer geworden ist.
Als sich auf einmal die elektronischen Schiebetüren des Bürgeramts nicht mehr öffnen lassen, werden die vier einsamen Gestalten zu einer Schicksalsgemeinschaft. Was hat sie eigentlich ins Rathaus geführt? Mit welchen Anliegen und Wünschen wenden sie sich an den Staat? Was kann man vom Rathaus, der Politik, der Gemeinschaft überhaupt noch erwarten?
Und kurz sieht es so aus, als ließe sich über den direkten Austausch der Menschen miteinander ein Bewusstsein für gemeinsam geteilte Ängste und Bedürfnisse schaffen und das demokratische Gemeinwesen neu begründen. Doch was wird davon übrigbleiben, sobald sich die Rathaustüren wieder öffnen?
Leonhard-Frank-Stipendiatin Annika Henrich macht sich mit viel Humor und klarem Blick für die Widersprüchlichkeiten der menschlichen Existenz auf die Suche nach den Grundlagen unserer Gemeinschaft.

Team

Regie führt Tamó Gvenetadze. Sie ist nach ihrer Inszenierung von In den Alpen in der Spielzeit 2024/25 zum zweiten Mal am Mainfranken Theater zu Gast. Für Bühnen- und Kostümbild zeichnet Nikolai Kuchin verantwortlich. Die Dramaturgie übernimmt Tim Puls.

Besetzung

Toomas Täht (Wartender A), Loris Kubeng (Wartender B), Julia Baukus (Standesbeamtin), Patricia Schäfer (Die Frau mit dem Hund)

Die nächsten Termine

11.2.26 | 19:30 Uhr
14.2.26 | 19:30 Uhr
18.3.26 | 19:30 Uhr
21.3.26 | 19:30 Uhr
26.4.26 | 18:00 Uhr

Veranstaltungsort: Mainfranken Theater Würzburg, Probebühne

Weitere Vorstellungstermine und Infos finden sich unter: mainfrankentheater.de/rathaus. Tickets für alle Veranstaltungen sind erhältlich über den Online-Spielplan oder per Mail an karten@mainfrankentheater.de sowie telefonisch unter +49 931 375-375 oder zu den Öffnungszeiten an der Theaterkasse im Theaterneubau.
Nr. 2/2026 | 28.1.26
Tanzkreation von Dominique Dumais

Uraufführung von BRIEFE AN ... am 31. Januar im Kleinen Haus

WÜRZBURG, 28. Januar – Briefe an... schlägt eine Brücke zwischen der Handbewegung, dem Sich-Ausdrücken mit Stift und Papier sowie dem Sich-Ausdrücken in Tanzbewegungen, dem Schreiben mit dem eigenen Körper im Raum. Die neue Produktion in der Choreografie von Ballettdirektorin Dominique Dumais kommt am 31. Januar im Kleinen Haus des Mainfranken Theaters zur Uraufführung.
Über das Stück

Neben den Inhalten ausgewählter Briefe geht es in dem Stück um das Schreiben selbst, die Handschrift, die einen Brief persönlich macht. Was steckt hinter dem Akt des Schreibens? Ein Brief enthält immer mehr als nur Worte. Die Handschrift spiegelt die Persönlichkeit wider, im Gegensatz zu unpersönlichen gedruckten Buchstaben, wie sie beispielsweise in einer E-Mail zu finden sind. Als Empfängerin oder Empfänger wiederum hält man mit einem Brief etwas Konkretes und Persönliches in den Händen, in gewisser Weise einen Teil der Verfasserin oder des Verfassers. Briefe tragen Bedeutung. Sie sind Artefakte unserer persönlichen und gesellschaftlichen Geschichte.

Dominique Dumais beschreibt ihren Vorgang bei der Umsetzung des Themas und der Brieftexte in Choreografie folgendermaßen: „Briefe spiegeln Menschsein wider. Es gibt viele Möglichkeiten des Einstiegs oder des Anknüpfens für die Übersetzung in Tanz: die Emotionen, der Inhalt (Thema), die grammatikalische Zeichensetzung (Rhythmus), die Form der Buchstaben einer Handschrift (Form, Gestalt), die Wortwahl (Melodie der Sprache). Auch Wiederholungen sind ein interessantes Motiv für den Tanz, ebenso wie die Betonungen innerhalb eines Satzes. Selbst der Klang der Wörter kann zu einer interessanten Geste oder rhythmischen Wendung inspirieren.“ Den Kreationsprozess fing die Choreografin mit einer Schreibübung für das Tanzensemble an: Jedes Mitglied sollte zuerst selbstständig einen handschriftlichen Brief verfassen und diesen dann in tänzerische Bewegung übertragen. Das Bewegungsmaterial dieser individuellen Choreografien der Tänzerinnen und Tänzer wurde mit in die Choreografie von Dominique Dumais verflochten. So werden die individuellen Persönlichkeiten des Ensembles sichtbar und das Stück kommt zugleich durch die Bewegungssprache und künstlerische Stimme der Ballettdirektorin zu einem Ganzen zusammen.

Die Auswahl an Texten umfasst Liebesbriefe, berühmte Korrespondenzen oder auch Tagebucheinträge im Sinne eines „Schreibens an sich selbst“. Die Texte sind als Teil des Sounddesigns im Stück zu hören. Eingesprochen wurden sie von Mitgliedern des Schauspielensembles, um den unterschiedlichen Verfasserinnen und Verfassern eine Stimme zu verleihen.
Neben der Einspielung der Brief-Texte wird der Klangraum des Stücks durch einen Pianisten auf der Bühne gestaltet. Dominique Dumais stellte gemeinsam mit Jazz-Pianist Rainer Böhm eine Auswahl seiner Klavierkompositionen für das Programm zusammen.

Besetzung

Tanzcompagnie des Mainfranken Theaters Würzburg: Chiara Bergamini, Debora Di Biagi, Ria Girard, Ya-Chin Huang, Mirko Ingrao, Tyrel Larson, Christian Lavigne, Blai López Sánchez, Matisse Maitland, Yester Mulens García, Jacob Noble, Maya Tenzer, Alba Valenciano López

Am Klavier auf der Bühne begleiten Rainer Böhm, alternierend mit Philipp Schuhmacher die Tänzerinnen und Tänzer.

Die nächsten Termine

8.2.26 | 18:00 Uhr
19.2.26 | 19:30 Uhr
27.2.26 | 19:30 Uhr
11.3.26 | 19:30 Uhr
13.3.26 | 19:30 Uhr

Veranstaltungsort: Mainfranken Theater Würzburg, Kleines Haus

Weitere Vorstellungstermine und Infos finden sich unter: mainfrankentheater.de/briefe. Tickets für alle Veranstaltungen sind erhältlich über den Online-Spielplan oder per Mail an karten@mainfrankentheater.de sowie telefonisch unter +49 931 375-375 oder zu den Öffnungszeiten an der Theaterkasse im Theaterneubau.

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