
Zehn Jahre Würzburg – da ist nicht der eine besondere Moment. Es ist die Summe vieler prägender Momente, aus denen etwas Bleibendes geworden ist. Die Arbeit an Partituren und Rollen, die Proben, die Premieren, die Vorstellungen. Immer wieder das Ringen um den richtigen Ausdruck, um jenen Augenblick der Wahrhaftigkeit, in dem Musik, Szene und Gedanke eins werden. Sich mit unserem wunderbaren Opernensemble und unserem Opernchor auf diese Suche zu begeben, gehörte zu den großen Glücksfällen meiner Würzburger Zeit. Sie haben jede Probe, jede Vorstellung und jede Premiere mit einer einzigartigen Leidenschaft getragen, die für mich immer mehr zu dem geworden ist, was Theater ausmacht. Dazu die vielen Gäste unseres Hauses: Sängerinnen und Sänger, Regie- und Ausstattungsteams, die unser Theater mit ihrer Kunst, ihrer Leidenschaft und ihrer Persönlichkeit bereichert haben. Viele von ihnen sind dem Mainfranken Theater weit über ihre Produktionen hinaus verbunden geblieben. Und dann die Begegnungen mit unserem Publikum. Gespräche nach Einführungen, im Foyer, in den Pausen, in Briefen und E-Mails. Gespräche über Oper, über Musik und über das, was uns die Werke heute zu sagen haben. Zwischen den Werken, über Spielzeitgrenzen hinweg, ist aus all dem eine ganz eigene Würzburger Dramaturgie entstanden, getragen von Ensemble, Gästen, Regieteams und Publikum. Bei der Premiere von Rosse – Pagliacci hat sie sich für mich noch einmal auf besondere Weise verdichtet. Viele Freunde und Weggefährten waren eigens nach Würzburg gekommen, und für einen Abend schien alles zugleich gegenwärtig: die Menschen, die Geschichten, die Gespräche, die gemeinsame Leidenschaft. Ein Würzburger Moment, in dem die ganze Kraft unseres Mainfranken Theaters noch einmal spürbar wurde.
Dr. Berthold Warnecke, Operndirektor
Dr. Berthold Warnecke, Operndirektor

Voller Glücksgefühle und Erleichterung war die Eröffnung des Neubaus für mich. Nach langen organisatorischen Strapazen und immer neuen Rückschlägen konnten wir endlich, ENDLICH in unser neues Theater – so viele von uns haben so viel dafür gegeben. Eine durchtanzte Nacht folgte, in der viel vom Stress abfallen konnte. Darüber hinaus sind es immer wieder die Begegnungen mit den Menschen gewesen, die die Zeit hier so wertvoll gemacht haben. Die Lachanfälle auf Proben, bei denen ich Tränen vergossen habe („Philine weint schon wieder“). Das Improvisationstalent der Kolleg:innen auf und hinter der Bühne, wenn in einer Vorstellung etwas schief ging. Der Zusammenhalt im Team. Und Begegnungen mit Zuschauer:innen, die nach Vorstellungen beglückt aus dem Theater schwebten. Ihre Rückmeldungen machen etwas aus! Ich möchte mich bei allen Theater- und nicht-Theatermenschen bedanken für z.T. herausfordernde, aber wunderbare fünf Jahre hier am MFT.
Philine Bamberger, Dramaturgin Schauspiel
Philine Bamberger, Dramaturgin Schauspiel

Ich war ein festes Ensemblemitglied in diesem Haus von Oktober 2024 bis Juli 2026, in dieser Zeit habe ich ungefähr 220 Vorstellungen gespielt. Ich habe viele inspirierende und lehrreiche Begegnungen gehabt, und aus allen Produktionen habe ich entweder über mich oder über Kollegen oder einfach übers Theatermachen einiges gelernt. Und ein Bühnenmoment hat mich sehr berührt. Er ist verbunden mit der Inszenierung von Leben des Galilei (Regie: Tim Egloff), in der ich Galilei spielte und dafür hart arbeiten musste. Die Premiere war am 22.2.2025. Am 28.2. fand im Weißen Haus dieses berühmt-berüchtigte Treffen von Selenskyj mit Trump und JD Vance statt, das sich zu einer beschämenden Auseinandersetzung entwickelte und wo alle fassungslos reagierten und sich gefragt haben: Was ist bloß los mit diesen zwei komischen Typen aus dem Weißen Haus? Wir hatten, glaube ich, unsere vierte Vorstellung von Galilei, ungefähr eine Woche danach. Am Anfang des zweiten Aktes habe ich einen Satz, auf den vorher das Publikum nie besonders reagierte. Aber in dieser vierten Vorstellung und später nochmal in der fünften Vorstellung – danach nicht mehr – hat das Publikum auf diesen einen Satz applaudiert. Stark applaudiert. Weil dieser Satz genau das ausdrückte, was alle dachten. Und den Satz werde ich auch nie vergessen: „Wer die Wahrheit nicht weiß, ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.“
Toomas Täht, Schauspieler
Toomas Täht, Schauspieler

Drei Spielzeiten lang hat Das schweigende Klassenzimmer (Uraufführung nach dem Erinnerungsbuch von Dietrich Garstka) auf der Probebühne des Mainfranken Theaters Menschen bewegt, Diskussionen angestoßen und Begegnungen ermöglicht. Mit der Einladung zu den 40. Bayerischen Theatertagen in Regensburg – es war die letzte von über 40 gespielten Vorstellungen – fand die Inszenierung einen besonderen Abschluss: Im anschließenden Nachgespräch entstand ein intensiver Austausch zwischen dem Publikum und dem Ensemble. Besonders bewegend war die Anwesenheit des Zeitzeugen Alexander Richter, der seine persönlichen Erfahrungen aus der DDR schilderte und dem historischen Stoff eine andere, aber unmittelbare und persönliche Dimension verlieh. Auch viele Zuschauende teilten ihre eigenen Erinnerungen und Biografien. Für die Spielenden, die diese Produktion über drei Jahre begleitet hat, wurde der Abend zu einem gelungenen Abschied. Das sollte Theater leisten können: Geschichten erzählen und Menschen miteinander ins Gespräch bringen. So entsteht ein Ort der Begegnung – offen, lebendig und berührend. Ich finde, genau so soll Theater sein!
Barbara Bily, Schauspieldirektorin
Barbara Bily, Schauspieldirektorin

In meinem ersten Jahr am Mainfranken Theater durfte ich im Weihnachtsstück Der Wunschpunsch die böse Hexe spielen. Am Ende des Stückes betrinken sich die beiden Bösewichte stark. Während ich also inbrünstig über die Bühne torkelte, geriet ich plötzlich ins Stolpern und bei dem Versuch, mein Gleichgewicht zu finden, kickte ich mir mein eigenes Bein so schwungvoll unterm Körper weg, dass ich wie eine Flunder auf die Drehbühne klatschte. Einfach flach, mit dem Bauch nach unten. Mein Kollege Simon Gierlich schwört bis heute, er habe mich für eine Sekunde waagerecht in der Luft schweben sehen. Das Publikum war an diesem Tag gemischt, Eltern und Kinder, denn es war eine Samstagsvorstellung. Durch die Menge ging ein „OOOUH“-Geräusch, das ich nie vergessen werde. Als ich mich wieder aufgerappelt hatte, rangen meine Kolleg:innen ganz offensichtlich um Contenance und schauten mich den Rest der Szene nicht mehr an. Als sich die Drehbühne endlich in Bewegung setzte und Simon und ich schließlich auf der vom Publikum abgewandten Seite landeten, brachen wir in stummem Gelächter zusammen.
Eva-Lina Wenners, Schauspielerin
Eva-Lina Wenners, Schauspielerin

Liebes Publikum, liebe Belegschaft. Nach zehn Jahren in dieser Stadt und an diesem Haus gibt es unendlich viele Themen, die man anschneiden könnte, Fragen, die man stellen könnte, und so weiter. Aber am Ende dieser Zeit möchte ich einfach nur Danke sagen. Danke Ihnen, liebes Publikum, für die Unterstützung in den letzten Jahren. Danke an alle Regieteams für das Vertrauen und vor allem vielen lieben Dank an alle Gewerke, die hier tagtäglich einen unfassbar guten Job machen. Passt alle auf euch auf und bleibt dem Theater treu.
Martin Lima, Schauspieler
Martin Lima, Schauspieler

Theater war für mich ein kaum begreifbarer Kosmos. Aus der politischen Kommunikation kommend merkte ich schnell, dass auch im Theaterbetrieb Diplomatie und Fingerspitzengefühl gefragt sind. Die Zeit am Mainfranken Theater gehört für mich zu den schönsten und einprägsamsten Momenten meiner Laufbahn. Wenn man begreift, was Theater bewirken kann, wie Menschen an einem Ort zusammenkommen, um gemeinsam einzigartige Momente zu erleben, kann es kaum etwas Schöneres geben. Danke für aufregende drei Jahre und alles Gute dem neuen Team.
Oliver Holzer, Leitung Kommunikation
Oliver Holzer, Leitung Kommunikation

7 Jahre Mainfranken Theater
Mit großem Enthusiasmus als Kurfürst in Prinz von Homburg im alten Großen Haus 2019 gestartet, vom Staatstheater Nürnberg kommend, unterstützender Versuch auf dem Würzburger Weg hin zum Staatstheater. Frühstück bei Tiffany war die letzte Vorstellung dort und mein persönliches Highlight. Es folgte der Corona-Crash: Alles tut weh, keine Flugzeuge in meinem Bauch. Dazu mangelhafte Mangelverwaltung in vielen Bereichen, nicht wieder auf die Füße gekommen. Aber: Die Stadt, die Umgebung und vereinzelte Menschen sind mir ans Herz gewachsen ... ich verlasse das Haus, aber bleibe, und sehr gern in dieser wunderbaren Stadt!!! Ich freu mich auf ein Wiedersehen. Bis bald.
Tom Klenk, Schauspieler
Mit großem Enthusiasmus als Kurfürst in Prinz von Homburg im alten Großen Haus 2019 gestartet, vom Staatstheater Nürnberg kommend, unterstützender Versuch auf dem Würzburger Weg hin zum Staatstheater. Frühstück bei Tiffany war die letzte Vorstellung dort und mein persönliches Highlight. Es folgte der Corona-Crash: Alles tut weh, keine Flugzeuge in meinem Bauch. Dazu mangelhafte Mangelverwaltung in vielen Bereichen, nicht wieder auf die Füße gekommen. Aber: Die Stadt, die Umgebung und vereinzelte Menschen sind mir ans Herz gewachsen ... ich verlasse das Haus, aber bleibe, und sehr gern in dieser wunderbaren Stadt!!! Ich freu mich auf ein Wiedersehen. Bis bald.
Tom Klenk, Schauspieler

Mein Erstengagement in Würzburg werde ich in guter Erinnerung behalten. So viel Neues konnte ich in den vergangenen zwei Jahren erleben, mich so vielen neuen Herausforderungen stellen, so viele tolle neue Menschen kennenlernen und mit ihnen arbeiten. Am meisten habe ich aber in dieser Zeit die Begegnungen mit dem Publikum schätzen gelernt: leuchtende Augen in einer Märchenvorstellung, anregender Austausch in verschiedenen Nachgesprächen, mittanzende Fans bei der Rocky Horror Show. All das bedeutet so viel, denn ohne das Publikum würde Theater nur halb so viel Spaß machen und oft merkt man erst durch die Reaktionen des Publikums, woran man die letzten sechs Wochen eigentlich gearbeitet hat. Das ist einmalig und dafür möchte ich mich beim Würzburger Publikum herzlich bedanken.
Tim Puls, Dramaturg Schauspiel
Tim Puls, Dramaturg Schauspiel

Ich bin im Juli 2018 in Würzburg angekommen. Da ich mich von Kanada aus für diese Stelle beworben hatte, habe ich Würzburg erst bei meinem Umzug zum ersten Mal gesehen. Ich erinnere mich noch gut an die erste Fahrt vom Bahnhof durch die Stadt – ich kam mir vor wie in einem Traum. In den acht Spielzeiten, die ich hier getanzt habe, habe ich das Gefühl, mich zu einer gefestigten Version meiner selbst entwickelt zu haben, die sich das Mädchen damals wohl niemals hätte vorstellen können. Es ist ein Geschenk, seiner Leidenschaft und seinem Handwerk regelmäßig nachgehen zu können und über so viele Jahre hinweg Erfahrungen zu sammeln. Ich bin so dankbar, dass es diesen Raum zum Tanzen für mich in den letzten Jahren gab und dass das Würzburger Publikum unser Ensemble so tatkräftig unterstützt. Eure Anwesenheit verleiht unserer Arbeit Bedeutung und hat meine Reise erst wirklich möglich gemacht. Im Laufe der Jahre gab es viele unvergessliche Erlebnisse: Lottes Ballhaus, wo ich die Gelegenheit hatte, eine Figur zu erforschen, die ich im Jahr zuvor im TanzXperiment selbst erschaffen hatte; Eros, wo wir das Thema der Lebenskraft in unserem Tanz erforschten und ich spürte, wie ich auf neue Weise lebendig wurde; das Duett And So Am I von Neshama Nashman, das ich in der Spielzeit 2024/25 mit meiner Kollegin Matisse Maitland getanzt habe und dabei eine neue Art von Intensität und Herausforderung auf der Bühne spürte. Ich genoss immer die letzten Momente des Stücks, wenn die Musik verstummt war und ich das Publikum ganz fokussiert spüren konnte – wir alle fühlten gemeinsam. Es fällt mir schwer, die Bedeutung dieser acht Jahre in Worte zu fassen. Ich werde die Erinnerung mein ganzes Leben lang in mir tragen, wie ein zweites Zuhause in meinem Innersten.
Maya Tenzer, Tänzerin
Maya Tenzer, Tänzerin

Mein prägendster Moment am Mainfranken Theater ist kein einzelner Augenblick, sondern eine intensive Zeit voller Begegnungen, Aufbruch und gemeinsamer Gestaltung. Als theaterpädagogische Leitung durfte ich die Theaterpädagogik aufbauen und mit Partner:innen in Würzburg und darüber hinaus vernetzen. So entstanden Räume, in denen Menschen aller Generationen Theater erleben, sich ausprobieren und miteinander ins Gespräch kommen konnten. Mit Ente, Tod und Tulpe hat für mich alles begonnen – meine Lieblingsproduktion und eine der emotionalsten künstlerischen Erfahrungen meiner Theaterzeit. Ein besonderer Schatz bleiben auch die generationenübergreifenden Angebote und die theaterpädagogische Mappe. Unvergessen ist Das schweigende Klassenzimmer: Gemeinsam mit Zeitzeug:innen durfte ich Schulen besuchen und Geschichte lebendig werden lassen. Ebenso bleiben Schauspielclub, Festivaleinladungen und Projekte mit jährlich bis zu 10.000 Teilnehmenden. Theater schafft Begegnungen, stärkt Haltung und verbindet Menschen. Dafür bin ich allen, die diesen Weg mitgegangen sind, von Herzen dankbar. Ich wünsche dem Mainfranken Theater, dass Bewährtes weiterwächst und der Neuanfang seinen Zauber behält. Für mich geht es nach Wien – mit großer Vorfreude auf ein Wiedersehen in Franken.
Jenny Holzer, Leitung Theaterpädagogik
Jenny Holzer, Leitung Theaterpädagogik

Liebes Team des Mainfranken Theaters, liebes Publikum, liebe Kolleg:innen in Würzburg und Umgebung, liebe Kinder und Workshop-Teilnehmende
vielen Dank
für die fokussierte Zusammenarbeit
für die vielen schönen Gespräche
für die Inspiration und Perspektiven
für das Engagement über die eigenen Aufgaben hinaus
für alles, was mich zum Lachen gebracht hat
für den Zusammenhalt weil Theater kein Luxus ist sondern unser Spielraum in dem wir frei sind zu denken und zu handeln
für das Gefühl dazuzugehören
Corinna Tetzel, Theaterpädagogin
vielen Dank
für die fokussierte Zusammenarbeit
für die vielen schönen Gespräche
für die Inspiration und Perspektiven
für das Engagement über die eigenen Aufgaben hinaus
für alles, was mich zum Lachen gebracht hat
für den Zusammenhalt weil Theater kein Luxus ist sondern unser Spielraum in dem wir frei sind zu denken und zu handeln
für das Gefühl dazuzugehören
Corinna Tetzel, Theaterpädagogin