Schauspiel

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Was alle angeht

Das Schauspiel unseres Vier-Sparten-Hauses möchte alte und neue Geschichten so erzählen, dass sie berühren und unterhaltsam sind, in der Hoffnung, bei jeder Aufführung aufs Neue Anstoß für regen Diskurs und Austausch des Publikums zu liefern. Im besten Falle werden so Welten erfahrbar und können gegen die eigene Welt gehalten werden. Theater soll als der Ort der Gesellschaft erkennbar werden, wo für alle das verhandelt wird, was alle angeht.

Das Schauspielensemble umfasst je nach Spielzeit 14-18 Schauspieler*innen, größtenteils als feste Ensemblemitglieder, aber auch als wiederkehrende Gäste. Im Großen Haus bieten die Inszenierungen eine Mischung aus Klassikern des Sprechtheaterrepertoires von der Antike bis ins 20. Jahrhundert. Die Auswahl von tragischen und welthaltigen Stoffen unseres kulturellen Erbes genauso wie von komischen Stücken ist dabei Prinzip. In der kleineren Spielstätte, der Kammer mit Blackbox-Charme, werden vor allem Stücke der zeitgenössischen Dramatik zur deutschsprachigen Erst- oder Uraufführung gebracht. Neben diesen beiden Spielstätten werden immer wieder Orte in der Stadt aufgesucht, um dort spezielle mit der Stadtgesellschaft verbundene Projekte szenisch zu realisieren.

Aktuelle Produktionen

Der Amtsschreiber Wilhelm und die schöne Försterstochter Käthchen haben sich ineinander verliebt. Käthchens Eltern wünschen sich für ihre Tochter jedoch keinen sensiblen Beamten, sondern einen Mann wie den Jägerburschen Robert. Um besser entscheiden zu können, wird ein Wettschießen zwischen den beiden potenziellen Schwiegersöhnen vereinbart. Der Gewinner soll Käthchen heiraten. Leider ist Wilhelm kein guter Schütze. In seiner Not nimmt er deshalb von einem geheimnisvollen Invaliden Kugeln an, die ihr Ziel niemals verfehlen. Der unbegabte Schütze wird treffsicher, und der Vorrat an Kugeln ist bald aufgebraucht. Als Wilhelm sich daran macht, weitere Munition zu gießen, erscheint ein schwarzer Reiter, der die Bedingung für die magischen Kugeln nennt: Eine der Kugeln gehorcht nur ihm.

Die Volkssage Der Freischütz inspirierte nicht nur Carl Maria von Weber zu der gleichnamigen Oper, sondern auch Regisseur Robert Wilson zu einer eigenen Fassung. Für sein Vorhaben gewann Wilson keinen Geringeren als die Rocklegende Tom Waits, der in Zusammenarbeit mit Autor William S. Burroughs The Black Rider: The Casting of the Magic Bullets schrieb. Waits musikalischer Ideenreichtum zeigt sich in diesem Stück in einer großen Bandbreite an Musikstilen, die auf einzigartige und effektvolle Weise miteinander verschmelzen und die klassische Form des Musicals weit hinter sich lassen.
Die meisten haben schon einmal von Sisyphos gehört. Kaum jemand weiß, dass er Würzburger war. Gegen eine Rekord-Ablösesumme wechselte er von Team Zeus zu Team Franconia. Die Götter sahen, dass es gut war. Sisyphos brachte den Franken den Wein und die Arbeitsmoral, lehrte sie den Müll zu trennen, das „r“ zu rollen und Geschichte zu schreiben. Dann kam der Tag, an dem er gehen wollte, und die Probleme gingen los.

Als erster Leonhard-Frank-Stipendiat des Mainfranken Theaters entwickelte Gerasimos Bekas ein Stück, das die Geschichten, die Würzburg zu bieten hat, aufgreift und weiterspinnt.

Leonhard-Frank-Stipendium

Seit 2018 gibt es mit dem Leonhard-Frank-Stipendium zur Förderung zeitgenössischer Dramatik eine nachhaltige Förderungsmöglichkeit für junge Theaterautor*innen, die in enger Zusammenarbeit mit der Dramaturgie des Mainfranken Theaters einen Theatertext entwickeln können.
Stipendiatin 2019: Fabienne Dür
Fabienne Dür wurde 1993 in Berlin geboren. Nach dem Abitur studierte sie Theaterwissenschaft und Deutsche Philologie an der Freien Universität Berlin und assistierte parallel an verschiedenen Theatern. Seit 2016 studiert sie szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Ihre Texte wurden am Theater an der Parkaue, am Theater Koblenz und im Rahmen des 4+1 Festivals am Schauspiel Leipzig gelesen. Ihr erstes Theaterstück „Leben im Vakuum“ wird im Juni 2019 am Theater Koblenz uraufgeführt. Im November 2018 erhielt Dür den Sonderpreis des Deutschen Kinder- und Jugendtheaterpreises des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Stipendiat 2018: Gerasimos Bekas
Gerasimos Bekas wurde 1987 geboren und wuchs in der Nähe von Würzburg auf. Er studierte Politikwissenschaft in Würzburg und Bamberg. Zurzeit lebt er als Autor und Dramatiker in Athen und Berlin. Mit "G for Gademis" stand er 2015 selbst auf der Experimentalbühne des Griechischen Nationaltheaters. Im März 2018 wurde sein Stück "Karagiozis bei den Thermopylen" im Studio des Maxim-Gorki-Theaters in Berlin uraufgeführt. Im November 2018 erscheint sein erster Roman "Alle Guten waren tot" bei Rowohlt.