Musiktheater

Aus dem Geist des Ensembles

Seit jeher hat sich das Musiktheater des Mainfranken Theaters Würzburg in besonderer Weise der Förderung und Prägung junger Sängerinnen und Sänger verschrieben. Der intensiven musikalischen und szenischen Erarbeitung von Werken aus Oper, Operette und Musical kommt dabei ebenso eine überragende Bedeutung zu wie der individuellen Unterstützung und Begleitung auf dem Weg zu unverwechselbaren Musiktheater-Persönlichkeiten. So haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten auch zahlreiche Sängerinnen und Sänger der internationalen Opernszene in Würzburg ihre ersten Karriereschritte unternommen, darunter herausragende Namen wie Waltraud Meier, Diana Damrau oder Christian Gerhaher.

In dem Bewusstsein, das „unmögliche Kunstwerk“ (Oscar Bie) Oper im 21. Jahrhundert lebendig und gleichermaßen künstlerischen wie gesellschaftlichen Entwicklungen gegenüber offen zu halten, stellen wir uns stets aufs Neue den vielfältigen Herausforderungen aus über vierhundert Jahren Musiktheater. Dramaturgische Schwerpunkte der vergangenen Spielzeiten reichen von der Pflege des Mozart-Repertoires über mutige Zugriffe auf Hauptwerke der französischen Grand Opéra des 19. Jahrhunderts bis hin zu spektakulären Auseinandersetzungen mit Klassikern des zeitgenössischen Musiktheaters – zuletzt John Adams‘ Minimal-Oper „Nixon in China“ in der Saison 17/18 – und Uraufführungen.

Die Bandbreite des Repertoires wie der Interpretationsansätze spiegelt sich nicht zuletzt in der Internationalität unseres Solistenensembles, das derzeit von zehn Sängerinnen und Sängern aus sieben Nationen gebildet wird. Gemeinsam mit den Damen und Herren des Opernchores und des Extrachores stehen sie in jeder Spielzeit rund neunzig Mal auf der Bühne des Großen Hauses und der Kammer.
Musiktheater am Mainfranken Theater ist dieser Tage eben vor allem eine Ensemble-Angelegenheit, die den Menschen beiderseits des Grabens gleichermaßen Spaß zu machen scheint.
Mathias Wiedemann, Main-Post