Durch sechs Jahrhunderte

Musik für vier Posaunen im 2. Kammerkonzert
Eine Hommage an die Posaune hält die Matinee am 18. Januar im Kleinen Haus bereit. Das Posaunenquartett um Leander Seidenbusch, Norwin Hahn, Aaron Außenhofer-Stilz und Patrick Flassig hat aus dem Repertoire für ihr Instrument eine gleichermaßen abwechslungsreiche wie spannende Auswahl von Werken aus sechs Jahrhunderten zusammengestellt. Vom sakralen Bläserchoral bis Jazz, Swing und Filmmusik ist dabei die ganze Bandbreite abgedeckt. Wir haben aus dem Ensemble Patrick Flassig und Leander Seidenbusch zum Gespräch getroffen.

Was erwartet das Publikum für ein Programm?

Patrick Flassig (PF): Das Programm haben wir bewusst so vielseitig wie möglich gestaltet, damit das Publikum einen Überblick der verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten der Posaune über die Jahrhunderte erhält. Von der Renaissance bis zur Moderne in Form von Jazzund Popularmusik hält die Posaune in unterschiedlichsten Funktionen Einzug. Von einer colla parte Begleitung der Singstimmen in diversen Oratorien und Requien bis hin zu charakteristischen Soli im Big Band Jazz ist alles dabei. Daher haben wir uns bemüht, all diese verschiedenen Charakteristika durch Einpfl egen von unter anderem Canzonen und jazzigen Stücken, wie zum Beispiel „I got Rhythm“ von George Gershwin, darzustellen.
Leander Seidenbusch, Patrick Flassig, Norwin Hahn und Aaron Außenhofer-Stilz. Foto: Anna Dyckers
Was bedeutet Euch die Kammermusik neben Eurem Einsatz im Orchester?

Leander Seidenbusch (LS): Im Orchester zu spielen ist eigentlich gar nicht so anders als Kammermusik – es spielen einfach nur viel mehr Leute mit. Aber die Kommunikation zwischen den Musiker:innen bleibt immer dieselbe. Alle versuchen einander zuzuhören und aufeinander zu reagieren. Insofern könnte man Kammermusik ein bisschen als Trainingseinheit im Kleinen bezeichnen; abgesehen davon kann man sich mit verschiedenen Besetzungen auch in den unterschiedlichsten Klangfarben austoben, die man so vielleicht aus dem Orchesteralltag nicht kennt.


Welche Komponisten, die explizit für Posaune schrieben/schreiben, sollte man unbedingt kennen?

PF: Als bekannte Komponisten für uns Posaunisten kann man unter anderem Leopold Mozart, Nino Rota und Daniel Schnyder hervorheben. In der Renaissance und im Barock wurde die Posaune hauptsächlich zur Begleitung der Sänger herangezogen, erste größere Solokonzerte entstanden während der Klassik, vorwiegend für Alt- beziehungsweise Tenorposaune. Erst in der Moderne wurde sich explizit auch der Bassposaune angenommen. Daniel Schnyder zum Beispiel verbindet klassische mit jazzigen und auch arabischen Elementen und verschmilzt sie zu einem kompositorischen Sammelsurium der unterschiedlichsten Musikstile, die das Publikum im Konzert bei seinem Posaunenquartett erleben wird.

Ein besonderes Highlight im Konzertprogramm ist Jan Koetsiers mitreißendes und humorvolles Stück Die Bremer Stadtmusikanten.

LS: In diesem musikalischen Märchen schlüpfen wir in die Rollen von Hahn, Esel, Hund und Katze, und das Publikum darf raten, welche Posaune welches Tier imitiert. Nicht nur die Erwachsenen, auch alle Kinder und Jugendliche sind herzlich dazu eingeladen, das Konzert zu besuchen!

2. KAMMERKONZERT Sonntag, 18. Januar 2025 | 11:00 Uhr Kleines Haus
Posaune: Leander Seidenbusch, Patrick Flassig, Norwin Hahn, Aaron Außenhofer-Stilz

Tickets für das Konzert sind hier erhältlich oder per Mail an karten@mainfrankentheater.de sowie telefonisch unter +49 931 375-375 oder zu den Öffnungszeiten an der Theaterkasse im Theaterneubau.