Die neue Tanzproduktion von Ballettdirektorin Dominique Dumais widmet sich der Kunst des Briefeschreibens.
Briefe an … schlägt eine Brücke zwischen der Handbewegung und dem Sich-Ausdrücken mit Stift und Papier beim Briefeschreiben und dem Sich-Ausdrücken in Tanzbewegungen, dem Schreiben mit dem eigenen Körper im Raum. Neben den Inhalten ausgewählter Briefe geht es in dem Stück um das Schreiben selbst, die Handschrift, die einen Brief persönlich macht. Was steckt hinter dem Akt des Schreibens? Als Kind lernt man die Technik einer Handschrift, erst später kann man die Kunst des Schreibens erlernen. Ein Brief enthält immer mehr als nur Worte. Die Handschrift spiegelt die Persönlichkeit wider, im Gegensatz zu unpersönlichen gedruckten Buchstaben, wie sie beispielsweise in einer E-Mail zu finden sind. Als Empfängerin oder Empfänger wiederum hält man mit einem Brief etwas Konkretes und Persönliches in den Händen, in gewisser Weise einen Teil der Verfasserin oder des Verfassers. Briefe tragen Bedeutung. Sie sind Artefakte unserer persönlichen und gesellschaftlichen Geschichte.
AUSWAHL DER TEXTE
Die Auswahl an Texten umfasst Liebesbriefe, berühmte Korrespondenzen oder auch Tagebucheinträge im Sinne eines „Schreibens an sich selbst“. Über längere Recherche wurde eine Sammlung an vielfältigen Briefen zusammengestellt, die für die Produktion in Bezug auf z.B. Inhalt, Verfasserin oder Verfasser und Empfängerin oder Empfänger, Form und Handschrift, geschichtlichen Kontext oder Emotionen interessant war. Die Texte sind als Teil des Sounddesigns im Stück zu hören. Eingesprochen wurden sie von Kolleginnen und Kollegen der Schauspielsparte, um den unterschiedlichen Absenderinnen und Absendern eine Stimme zu verleihen.
ÜBERTRAGUNG IN TANZ
Für die Umsetzung in tänzerische Bewegung wurden in einem ersten Schritt Handschriften an sich betrachtet, also hinsichtlich ihrer jeweiligen besonderen Merkmale wie etwa Form der Buchstaben, Schwung, Zeichensetzung, ob es viele Korrekturen gibt, Dinge durchgestrichen sind, kreuz und quer über ein Blatt geschmiert oder ob es doch sehr minutiös, fast wie gedruckt erscheint. Bei der Recherche rund um Handschriften konnten innerhalb des Ensembles auch nationale Prägungen (die Tanzsparte vereint derzeit neun Nationalitäten) in der Art oder dem „Charakter“ der jeweiligen Handschrift festgestellt werden. Die unterschiedlichen Attribute einer Handschrift dienen dann auch als Impuls für die Bewegungsqualitäten. In einem nächsten Schritt inspirierten dann natürlich auch die Inhalte der ausgewählten Briefe die Stimmung in den jeweiligen Tanz-Szenen. Ausschlaggebend waren auch die unterschiedlichen Verhältnisse zwischen Verfasserin bzw. Verfasser und Empfängerin bzw. Empfänger, der Tonfall (Liebesbriefe im Unterschied zu formellen Briefen, wie einer Abo-Kündigung, politische Korrespondenzen oder auch so etwas wie Leserbriefe). Dominique Dumais beschreibt ihren Vorgang bei der Umsetzung des Themas und der Brieftexte in Choreografie folgendermaßen: „Briefe sind in der Regel ein Ausdruck von Persönlichkeit. Sie spiegeln Menschlichkeit wider. Genau wie bei der Arbeit mit Musik ist es für mich wichtig, mich mit jedem Detail des Stils und der Sprache sowie mit den Gefühlen und Inhalten jedes einzelnen Briefes vertraut zu machen. Fast so, als würde ich hinter die Worte selbst blicken. Sprache und Poesie haben mich bei meiner Arbeit schon immer inspiriert. Dabei gibt es viele Möglichkeiten des Einstiegs oder des Anknüpfens für die Übersetzung in Tanz: die Emotionen, der Inhalt (Thema), die grammatikalische Zeichensetzung (Rhythmus), die Form der Buchstaben selbst in der Handschrift (Form, Gestalt), die Wortwahl selbst (Melodie der Sprache). Auch Wiederholungen sind ein interessantes Motiv für den Tanz, ebenso wie die Betonungen innerhalb eines Satzes. Selbst der Klang der Wörter kann zu einer interessanten Geste oder rhythmischen Wendung inspirieren.“
MUSIKALISCHE BEGLEITUNG
Neben der Einspielung der Brief- Texte wird es im Stück auch Live-Musik von einem Pianisten geben. Dominique Dumais stellte gemeinsam mit Rainer Böhm eine Auswahl seiner Klavierkompositionen für das Programm zusammen. Böhm wird zudem auch in einzelnen Abschnitten mit live Improvisation auf die Szene und die Bewegungen der Tänzerinnen und Tänzer eingehen, mit ihnen in einen spielerischen Dialog treten. Die Gestaltung der Musik wird auch durch die Texte beeinflusst. Metrik und Rhythmus im Schreibstil, der „Tonfall“, also ob es sich um einen hektisch geschriebenen Text mit kurzen knappen Sätzen handelt oder mit raumnehmenden langen Ausführungen, oder vielleicht mit vielen Gedankenstrichen und scheinbaren Unterbrechungen ... All das kann Impulse für den Pianisten und sein Spiel geben. Die Musik schafft aber nicht nur die Stimmung und Atmosphäre, die durch die tänzerische Bewegung für einen Brief zum Ausdruck gebracht werden soll, der Pianist am Flügel auf der Bühne trägt für die Choreografin, das Ensemble und schließlich das Publikum zum gesamten theatralischen Erlebnis des Projekts bei.
„Ein Brief ist eine Freude der Erde. Sie bleibt den Göttern verwehrt.“
PREMIERE Samstag, 31. Januar 2026 | 19:30 Uhr Kleines Haus Weitere Vorstellungen und Informationen unter mainfrankentheater.de/briefe
Briefe an … schlägt eine Brücke zwischen der Handbewegung und dem Sich-Ausdrücken mit Stift und Papier beim Briefeschreiben und dem Sich-Ausdrücken in Tanzbewegungen, dem Schreiben mit dem eigenen Körper im Raum. Neben den Inhalten ausgewählter Briefe geht es in dem Stück um das Schreiben selbst, die Handschrift, die einen Brief persönlich macht. Was steckt hinter dem Akt des Schreibens? Als Kind lernt man die Technik einer Handschrift, erst später kann man die Kunst des Schreibens erlernen. Ein Brief enthält immer mehr als nur Worte. Die Handschrift spiegelt die Persönlichkeit wider, im Gegensatz zu unpersönlichen gedruckten Buchstaben, wie sie beispielsweise in einer E-Mail zu finden sind. Als Empfängerin oder Empfänger wiederum hält man mit einem Brief etwas Konkretes und Persönliches in den Händen, in gewisser Weise einen Teil der Verfasserin oder des Verfassers. Briefe tragen Bedeutung. Sie sind Artefakte unserer persönlichen und gesellschaftlichen Geschichte.
AUSWAHL DER TEXTE
Die Auswahl an Texten umfasst Liebesbriefe, berühmte Korrespondenzen oder auch Tagebucheinträge im Sinne eines „Schreibens an sich selbst“. Über längere Recherche wurde eine Sammlung an vielfältigen Briefen zusammengestellt, die für die Produktion in Bezug auf z.B. Inhalt, Verfasserin oder Verfasser und Empfängerin oder Empfänger, Form und Handschrift, geschichtlichen Kontext oder Emotionen interessant war. Die Texte sind als Teil des Sounddesigns im Stück zu hören. Eingesprochen wurden sie von Kolleginnen und Kollegen der Schauspielsparte, um den unterschiedlichen Absenderinnen und Absendern eine Stimme zu verleihen.
ÜBERTRAGUNG IN TANZ
Für die Umsetzung in tänzerische Bewegung wurden in einem ersten Schritt Handschriften an sich betrachtet, also hinsichtlich ihrer jeweiligen besonderen Merkmale wie etwa Form der Buchstaben, Schwung, Zeichensetzung, ob es viele Korrekturen gibt, Dinge durchgestrichen sind, kreuz und quer über ein Blatt geschmiert oder ob es doch sehr minutiös, fast wie gedruckt erscheint. Bei der Recherche rund um Handschriften konnten innerhalb des Ensembles auch nationale Prägungen (die Tanzsparte vereint derzeit neun Nationalitäten) in der Art oder dem „Charakter“ der jeweiligen Handschrift festgestellt werden. Die unterschiedlichen Attribute einer Handschrift dienen dann auch als Impuls für die Bewegungsqualitäten. In einem nächsten Schritt inspirierten dann natürlich auch die Inhalte der ausgewählten Briefe die Stimmung in den jeweiligen Tanz-Szenen. Ausschlaggebend waren auch die unterschiedlichen Verhältnisse zwischen Verfasserin bzw. Verfasser und Empfängerin bzw. Empfänger, der Tonfall (Liebesbriefe im Unterschied zu formellen Briefen, wie einer Abo-Kündigung, politische Korrespondenzen oder auch so etwas wie Leserbriefe). Dominique Dumais beschreibt ihren Vorgang bei der Umsetzung des Themas und der Brieftexte in Choreografie folgendermaßen: „Briefe sind in der Regel ein Ausdruck von Persönlichkeit. Sie spiegeln Menschlichkeit wider. Genau wie bei der Arbeit mit Musik ist es für mich wichtig, mich mit jedem Detail des Stils und der Sprache sowie mit den Gefühlen und Inhalten jedes einzelnen Briefes vertraut zu machen. Fast so, als würde ich hinter die Worte selbst blicken. Sprache und Poesie haben mich bei meiner Arbeit schon immer inspiriert. Dabei gibt es viele Möglichkeiten des Einstiegs oder des Anknüpfens für die Übersetzung in Tanz: die Emotionen, der Inhalt (Thema), die grammatikalische Zeichensetzung (Rhythmus), die Form der Buchstaben selbst in der Handschrift (Form, Gestalt), die Wortwahl selbst (Melodie der Sprache). Auch Wiederholungen sind ein interessantes Motiv für den Tanz, ebenso wie die Betonungen innerhalb eines Satzes. Selbst der Klang der Wörter kann zu einer interessanten Geste oder rhythmischen Wendung inspirieren.“
MUSIKALISCHE BEGLEITUNG
Neben der Einspielung der Brief- Texte wird es im Stück auch Live-Musik von einem Pianisten geben. Dominique Dumais stellte gemeinsam mit Rainer Böhm eine Auswahl seiner Klavierkompositionen für das Programm zusammen. Böhm wird zudem auch in einzelnen Abschnitten mit live Improvisation auf die Szene und die Bewegungen der Tänzerinnen und Tänzer eingehen, mit ihnen in einen spielerischen Dialog treten. Die Gestaltung der Musik wird auch durch die Texte beeinflusst. Metrik und Rhythmus im Schreibstil, der „Tonfall“, also ob es sich um einen hektisch geschriebenen Text mit kurzen knappen Sätzen handelt oder mit raumnehmenden langen Ausführungen, oder vielleicht mit vielen Gedankenstrichen und scheinbaren Unterbrechungen ... All das kann Impulse für den Pianisten und sein Spiel geben. Die Musik schafft aber nicht nur die Stimmung und Atmosphäre, die durch die tänzerische Bewegung für einen Brief zum Ausdruck gebracht werden soll, der Pianist am Flügel auf der Bühne trägt für die Choreografin, das Ensemble und schließlich das Publikum zum gesamten theatralischen Erlebnis des Projekts bei.
„Ein Brief ist eine Freude der Erde. Sie bleibt den Göttern verwehrt.“
PREMIERE Samstag, 31. Januar 2026 | 19:30 Uhr Kleines Haus Weitere Vorstellungen und Informationen unter mainfrankentheater.de/briefe
Workshop für alle
Wie entstehen Bewegungen? Welche Möglichkeiten habe ich, mich körperlich auszudrücken? Und welche Energie setze ich frei, wenn ich mich durch einen Raum bewege?
Diese Fragen stehen im Mittelpunkt unseres Workshops Briefe an … Thema ist der Prozess des Schreibens. Wir gestalten verschiedene Formen des Schreibens und nehmen unterschiedliche Situationen in den Blick, in denen wir uns schriftlich mitteilen. Der Workshop beinhaltet grundlegende Theater und Körperübungen, um Präsenz und Fokus zu stärken, und lädt ein, einfache, tänzerische Bewegungsformen auszuprobieren. Vorkenntnisse und Erfahrungen im Tanz sind willkommen, aber nicht notwendig Ballettdirektorin Dominique Dumais und Theaterpädagogin Corinna
Tetzel geben in ihrem Workshop Briefe an … nicht nur einen Einblick, wie ein eigener körperlicher Ausdruck entsteht, sondern entwickeln mit den Teilnehmenden körperliche Zeichen, die sogar den Inhalt eines Briefes erzählen können. Wir freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen!
WORKSHOP FÜR ALLE
Samstag, 28. März 2026 | 14:00–16:30 Uhr
8–12 Jahre
Samstag, 28. März 2026 | 17:00–19:30 Uhr
ab 13 Jahren
Treffpunkt: Kassenfoyer, Theaterstr. 21
Anmeldung bis zum 1.3.2026 unter plattformx@mainfrankentheater.de
Diese Fragen stehen im Mittelpunkt unseres Workshops Briefe an … Thema ist der Prozess des Schreibens. Wir gestalten verschiedene Formen des Schreibens und nehmen unterschiedliche Situationen in den Blick, in denen wir uns schriftlich mitteilen. Der Workshop beinhaltet grundlegende Theater und Körperübungen, um Präsenz und Fokus zu stärken, und lädt ein, einfache, tänzerische Bewegungsformen auszuprobieren. Vorkenntnisse und Erfahrungen im Tanz sind willkommen, aber nicht notwendig Ballettdirektorin Dominique Dumais und Theaterpädagogin Corinna
Tetzel geben in ihrem Workshop Briefe an … nicht nur einen Einblick, wie ein eigener körperlicher Ausdruck entsteht, sondern entwickeln mit den Teilnehmenden körperliche Zeichen, die sogar den Inhalt eines Briefes erzählen können. Wir freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen!
WORKSHOP FÜR ALLE
Samstag, 28. März 2026 | 14:00–16:30 Uhr
8–12 Jahre
Samstag, 28. März 2026 | 17:00–19:30 Uhr
ab 13 Jahren
Treffpunkt: Kassenfoyer, Theaterstr. 21
Anmeldung bis zum 1.3.2026 unter plattformx@mainfrankentheater.de