Digitale Konzert-Matineen

Sonntagsmusik

Ab 18. April: Jeden Sonntag - ab 11 Uhr - ein neuer Videoclip
18. April 2021
https://www.mainfrankentheater.de/ Mainfranken Theater Würzburg Theaterstraße 21, 97070 Würzburg

Online | 11:00
Semesterticket Mainfranken Theater
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25. April 2021
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2. Mai 2021
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9. Mai 2021
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16. Mai 2021
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23. Mai 2021
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30. Mai 2021
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Am 18. April startet die Reihe der Sonntagsmusik des Philharmonischen Orchesters Würzburg. Ein buntes Programm mit kammermusikalisch besetzten Werken wurden im historischen Toscanasaal der Residenz Würzburg eingespielt. Wie in den guten alten Zeiten, als man Sonntag morgens zu den Kammerkonzertmatineen ging, wartet in den nächsten Wochen jeden Sonntag ab 11:00 Uhr an dieser Stelle ein neuer Clip mit etwas digitaler Konzertluft. Laden Sie das Philharmonische Orchester auf Ihr heimisches Sofa ein oder nehmen Sie die Musikerinnen und Musiker mit auf einen Spaziergang in die Weinberge.

Zwischen barocken Klängen und spätromantischer Klangsprache präsentieren die Musikerinnen und Musiker ein breitgefächertes Konzertprogramm zwischen Giovanni Bottesini und Ludwig van Beethoven, zwischen Joseph Haydn und George Onslow, zwischen Franz Schubert und Frank Bridge.

Jean Marie Leclair - Sonate op. 3 Nr. 5 in e-Moll

Sonntagsmusik #4.1 | 9. Mai 2021
Einführungstext: Ohne Begleiterscheinung
Wenn sich zwei Violinen zum Musizieren trafen, so stand in Italien des späten Barock außer Frage, dass diese Form nur als ménage à trois funktionieren könnte, denn in diese Konstellation gehörte immer die Begleitung eines Cembalos. Dabei ist das spontane Konzertieren viel leichter zu realisieren, muss nicht erst ein Cembalo organisiert und gestimmt werden. Während also Komponisten wie Arcangelo Corelli oder Antonio Vivaldi brav einen Generalbass notierten, setzte sich der Pariser Violinvirtuose Jean-Marie Leclair geflissentlich über diese Konvention hinweg und schrieb Duos für zwei Violinen ohne Begleitung.

Elegant vereint Leclair in seiner 1730 publizierten Sammlung aus Sonaten für zwei Violinen op. 3 italienische und französische Elemente. Die Ecksätze seiner e-Moll-Sonate muten daher durchaus italienisch an: Der Kopfsatz, ein charmantes Allegro ma poco, spiegelt den weich singenden, galanten Stil dieser Jahre; das Finale – ein rasantes Presto im Dreiertakt – hätte so auch seinem Komponistenkollegen Antonio Vivaldi alle Ehre gemacht. Französisch elegant wiederum gestaltet Leclair den Mittelsatz, eine Gavotte en Rondeau. Dieses Rondo mit zwei Couplets atmet schreitende Anmut und aparte Leichtigkeit und gibt Hinweise auf eine frühere Profession seines Schöpfers, den Tanz.

Diese fein-kultivierte und mondän-ausgewogene Musiksprache, die Leclair in seiner Musik pflegte, würde nie vermuten lassen, welch ungestümer Charakter sich hier abseits der Komponistenwerkstatt verbarg. Ebenso aufsehenerregend wie sein Leben und Wirken war schließlich auch sein Tod.
In den frühen 1720er Jahren hatte er als Balletttänzer in Lyon seine Laufbahn begonnen. Der Wechsel ans Ballett der Turiner Oper brachte neue Herausforderungen in Form von Kompositionsaufträgen für Zwischenaktmusiken. Doch nicht nur dem Tanz und Komponieren widmete sich Leclair. Seine Leidenschaft galt auch dem Violinspiel, welches er 1723 in Paris geschickt mit seinen Violinsonaten im italienischen Stil einzusetzen wusste. Es war eine kleine Sensation, denn während der Regentschaft des Sonnenkönigs war der „goût italien“ an den Ufern der Seine nachgerade unerwünscht. Als dessen Urenkel Ludwig XV. das Zepter übernahm, brach für die italienische Musik in Paris eine neue Zeit an. Der amtierende König ernannte Leclair zum Geiger in seinem Hoforchester. Mit seinen Violinsonaten und Konzerten hatte dieser für großes Aufsehen gesorgt. Doch sein Erfolg währte nicht lange. Nach dem Ausscheiden aus dem Hoforchester führte sein Weg in die Niederlande. 1743 kehrte Leclair nach Paris zurück und übernahm zunächst die Leitung diverser Privatorchester, bevor er 1746 mit seiner Tragédie lyrique Scylla et Glaucus den Schritt auf die Bühne der Königlichen Oper wagte.

Mysteriös endete sein Leben im Herbst 1764: Am 23. Oktober fand man in seiner Wohnung seine Leiche. Leclair war Opfer eines Gewaltverbrechens geworden, das niemals aufgeklärt wurde. Grund für die Einstellung weiterer Ermittlungen war seine berühmt berüchtigte cholerische Art.

Giovanni Bottesini - Gran Duo Nr. 3

Sonntagsmusik #4.2 | 9. Mai 2021
Einführungstext: Tiefe Saiten – Neue Töne
Er war einer der ersten großen Kontrabassisten der Musikgeschichte: Giovanni Bottesini. Doch der 1821 geborene Italiener kam nur auf Umwegen zu seiner späteren Berufung. Seine musikalische Ausbildung begann im Alter von zehn Jahren durch Carlo Cogliati, der den Jungen im Spiel auf der Violine und Bratsche unterwies. Nach kürzester Zeit wurde das herausragende Talent Bottesinis evident und so war ein Musikstudium die schlüssige Konsequenz. Die einzige Möglichkeit, das teure Studium am Mailänder Konservatorium zu finanzieren, war, ein Stipendium in Anspruch zu nehmen. Diese Beihilfe war jedoch 1835 nur noch für Studienplätze im Fach Fagott oder Kontrabass verfügbar. Der damals vierzehnjährige Knabe fasste eine Entscheidung: Der Kontrabass sollte es sein.

Innerhalb weniger Wochen bereitete er sich auf das Vorspiel für die Klasse des renommierten Kontrabass-Professors Luigi Rossi vor und wurde kurzerhand aufgenommen. Nach vier Jahren Studium waren Bottesinis Fähigkeiten examensreif. Mit dem Preisgeld seines Abschlusses erwarb er einen dreisaitigen Bass des Instrumentenbauers Carlo Antonio Testore, auf dem er sein Leben lang spielte. Doch anstatt als Orchestermusiker in einem Ensemble sein Auskommen zu verdingen, wählte Bottesini eine Karriere, die seinerzeit wie heute eine große Herausforderung darstellt. Er wurde Solist und das höchst erfolgreich. Ab 1840 tourte der junge Musiker als gefeierter Virtuose durch Europa und Amerika. Was Paganini auf der Violine, das war Bottesini auf dem großen Bruder der Geige, dem Kontrabass. Um die Konzerte aber zu einem Spektakel à la Paganini werden zu lassen, war entsprechendes Repertoire nötig. Werke, die neue Facetten des Instruments zeigten, die gleichermaßen virtuos und eingängig, ja geradezu spektakulär waren. Diese Notwendigkeit brachte seine zweite Bravour zum Vorschein: Das Komponieren. Viele Bearbeitungen bekannter Werke und neue Kompositionen brachte der Italiener für seine Auftritte zu Papier. Neben Solo-Stücken und Kontrabasskonzerten mit Orchester schrieb Bottesini auch drei Gran Duos für zwei Spieler, selbstverständlich für zwei Kontrabassisten. Sie gehören bis heute zu seinen beliebtesten Werken. Darüber hinaus hinterließ er 20 Opern und genoss großes Renommee als Dirigent. Auf Wunsch des befreundeten Giuseppe Verdi leitete Giovanni Bottesini 1871 die Aida-Premiere in Kairo.

Franz Schubert - Streichquartett Nr. 13 in a-Moll „Rosamunde“

2. Satz - Andante
Sonntagsmusik #3 | 2. Mai 2021
Einführungstext: Rosamunde 2.0
Turbulenzen

Rosamunde ist Prinzessin von Zypern, wurde aber nach dem Mord an ihren Eltern von einer Witwe incognito als Hirtin aufgezogen. Fulvio, der bis zu Rosamundes Volljährigkeit das Amt des Statthalters innehat, versucht ihre Regentschaft mit allen Mitteln zu vereiteln: durch Intrigen, durch einen Heiratsantrag und mittels eines Giftmordanschlags. Unerwartet steht am Ende dann das Happy End...

Die Premiere war für die Vorweihnachtszeit des Jahres 1823 geplant. Nun musste noch schnell eine Schauspielmusik her und die wurde bei Franz Schubert in Auftrag gegeben. Lediglich drei Wochen hatte der Meister des Kunstliedes Zeit, um insgesamt neun Musiknummern zu Papier zu bringen.

Helmina von Chézys Theaterstück wurde ein patenter Flop: zu viel Hirtenidylle, zu viele Intrigen, dazu Geister und Piraten und schlichtweg zu viele Ungereimtheiten in der Dramaturgie des Stückes missfielen Publikum und Presse gleichermaßen. Die erklärte Gegnerin der im Wien des beginnenden 19. Jahrhunderts populären Spektakelstücke hatte mit ihrer Geschichte vom Hirtenmädchen Rosamunde ein ebensolches, triviales Stück Theater geschaffen. Einzig die Musik wurde gefeiert.

Rosamunde reloaded

Schubert hatte nach seinem ersten Wurf Gefallen an Rosamunde gefunden. Dieses Sujet sollte ihm Pate weiterer kammermusikalischer Werke stehen. 1824 – im gleichen Jahr, in dem auch Beethoven seine späten Quartette in Wien veröffentlichte – setzte sich Schubert an die Arbeit eines neuen Streichquartetts.

Dass es nun ausdrücklich genau diese Gattung sein musste, hatte einen guten Grund: Ignaz Schuppanzigh, ein brillanter Geiger, hatte einige Jahre zuvor das erste professionelle Streichquartett in Wien gegründet. Die künstlerische Qualität des Ensembles sprach für sich und wurde für Komponisten wie Beethoven und Schubert dementsprechend die erste Adresse, wenn es um Uraufführungen anspruchsvoller Werke in Quartettbesetzung ging. Folglich wurde am 14. März 1824 das neue Streichquartett D804 aus der Feder von Franz Schubert bei der Wiener Uraufführung auch von Schuppanzighs Ensemble interpretiert.

Den Beinamen Rosamunde trägt dieses a-Moll Quartett nicht ohne Grund, hatte sich doch Schubert bei der Anlage des zweiten Satzes explizit auf die eingängige Melodie seines Entr‘act zur Schauspielmusik bezogen. Die gleiche Melodie sollte auch für sein Impromtu in B-Dur D935 einige Jahre später das Hauptthema bilden – Recycling im besten Sinn.

Frank Bridge - Two pieces for Viola

Sonntagsmusik #2 | 25. April 2021
Einführungstext: Musik von der Insel
Großbritannien ist ein faszinierendes Land: atemberaubende Küstenlandschaften, sanfte, grüne Hügel, malerische Dörfer, eine echte Königsfamilie und in jedem Dorf wenigstens ein Pub. Die englische Küche erfreut den Gaumen mit Fish and Chips und Cream Tea mit Scones und Marmelade. Man spielt Cricket und Rugby, rote Telefonzellen genießen Kultstatus. Es ist das Land von William Shakespeare, Lord Byron und Jane Austen. Die Beatles, die Rolling Stones, Queen und die Spice Girls sind Schlaglichter britischer Musikkultur.
Und die Klassik?

In der Tat finden sich nach Henry Purcells Tod im Jahr 1695 nur wenige genuin englische Tonschöpfer von Rang und Namen. Ende des 19. Jahrhunderts ändert sich dies schlagartig. Die englische Musiklandschaft scheint plötzlich zu erblühen. Gustav Holst, Edward Elgar, Frederick Delius, Benjamin Britten, Ralph Vaughan Williams und Frank Bridge bringen erstaunliche Werke zu Papier: raffiniert und britisch.

Dreh und Angelpunkt der neuen englischen Musikpflege war das 1882 gegründete Royal College of Music. Hier hatte sich auch Frank Bridge bis 1903 ausbilden lassen. Er plante eine Karriere als Geiger, später als Bratscher in verschiedenen renommierten Kammermusikensembles. Doch er beließ es nicht beim Musizieren, sondern hatte zunehmend auch Erfolg als Orchesterleiter. Seine unglaubliche Auffassungsgabe machte ihn zum beliebten Gastdirigenten. Daneben musste Bridge ein sehr guter Lehrer gewesen sein. Er unterrichtete zwar nicht regelmäßig, doch sein bekanntester Kompositionsschüler Benjamin Britten verdankte ihm – nach eigenen Angaben – sehr viel. Seine Wertschätzung mündete 1937 schließlich in seinen „Variations on a Theme of Frank Bridge“. Dieses Werk für Streichorchester gereichte nicht nur Britten zu Anerkennung, sondern belebte auch das Renommee seines namentlich erwähnten Lehrers Bridge.

Neben dem aktiven Musizieren, dem Dirigieren und seiner Lehrtätigkeit war Frank Bridge zudem ein erfolgreicher Komponist. 1906 schuf er sein erstes Streichquartett, das ihm beim Bologna-Wettbewerb den ersten Preis einbrachte. Seine Tonsprache zu Beginn seiner Komponistenkarriere zeigt seine Orientierung an der Klangsprache des frühen Arnold Schönberg, an Alexander Zemlinsky, Claude Debussy oder auch Edward Elgar. Die ersten Schritte als Komponist machte Bridge in einem ihm bekannten Territorium: in der Kammermusik. So entstanden 1908 etwa auch die Two Pieces for Viola.
Pensiero und Allegro appassionato spiegeln zwei wichtige Pole seines Personalstils wider: Der Kopfsatz, ein in elegischer Stimmung gehaltener musikalischer Gedanke, ist charakterisiert durch die Verbindung fragmentarisch wirkender Abschnitte und Phrasen. Hier zeigt sich Bridges besondere Kunst, harmonische Elemente und melodische Kontrapunkte zu einer Einheit zu verschmelzen.
Das Allegro appassionato in b-Moll bildet hierzu einen energiegeladenen Kontrast. Die Mehrdeutigkeit der tonalen Struktur verleiht der leidenschaftlichen Bratschen-Kantilene seine außergewöhnliche Faszination. Als brillanter Bratschist wusste Bridge nur zu genau, welche virtuosen Passagen er seinem Instrument abverlangen konnte und schuf in diesem etwa 8-minütigen Bravourstück für Viola und Klavier ein Feuerwerk an Esprit und virtuoser Strahlkraft.

Joseph Haydn - Trompetenkonzert in Es-Dur

Sonntagsmusik #1 | 18. April 2021
Einführungstext: Hochzeit mit Folgen
Das Jahr 1796 hielt einiges im Leben Joseph Haydns bereit. Die Arbeit an seiner Paukenmesse und dem Oratorium Die Schöpfung bündelte die kreativen Energien des 64-jährigen Komponisten. Da kam ihm die Zerstreuung, die die Hochzeit der Tochter des befreundeten Hoftrompeters Anton Weidinger mit sich brachte, sehr gelegen. Während der Feier kamen der Brautvater Weidinger und der Trauzeuge Haydn ins Gespräch. Weidinger hatte seit einigen Jahren an einer neuen Trompete getüftelt, die mittels Klappentechnik die leidige Klangproblematik der Naturtrompete quasi im Handstreich löste. Intonationsschwierigkeiten und das eingeschränkte Spektrum der Naturtöne gehörten der Vergangenheit an. Nun fehlte lediglich ein Werk, das die Vorzüge dieses neuen Instruments adäquat ins rechte Licht rückte. Haydn war von Weidingers bahnbrechender Invention höchst angetan und so brachte er binnen kürzester Zeit die Partitur zu einem Trompetenkonzert zu Papier.

Am 22. März 1800 annoncierte nun die Wiener Zeitung endlich die Einladung zum Konzert, in dem das kulturbegeisterte Publikum das Werk für die neue, „organisierte Trompete mit Klappen“ erwarten durfte. Haydn gestaltete einen zunächst klassisch gehaltenen Einstieg in das Werk: Der erste Satz in festlichem Es-Dur folgt hierbei der monothematisch angelegten Sonatenform, die der Tradition entsprechend mit einer Orchesterexposition (in der Sonntagsmusik ein stimmungsvolles Klaviervorspiel) eingeleitet wird. Spätestens das erste Solo der Trompete musste die Zuhörerschaft dieser Jahre in Staunen versetzt haben. Noch nie hatte man gehört, wie eine Trompetenstimme sich in einer Tonleiter aus Sechzehntelnoten bis zum hohen G emporschwang und dann in einem Dreiklang wieder nach unten geführt wurde, um auf einem klingenden As zu landen - einem bis dato unspielbaren Ton. Ebenso schlichtweg unmöglich war es bisher gewesen, mit dem Instrument chromatische Durchgänge zu spielen. Doch in diesem letzten Solokonzert aus Haydns Feder bot sich eine Spielwiese, um in differenzierter Brillanz und Virtuosität geradezu zu schwelgen. Im As-Dur Andante kommen die chromatischen Möglichkeiten des neuen Instruments naturgemäß am besten zur Geltung. Haydn versäumt in dieser lyrischen Siciliano im 6/8tel Takt nicht, Melodiegestaltung und Harmonienfolge subtil an den Kopfsatz anzuschließen. Auch die Einleitung des Finales stellt Querverbindungen zum ersten Satz her und betont mit seinen strahlenden Fanfaren die klanglichen Vorzüge der Klappentrompete auf das Beste.

Der Klappentrompete mit ihrem weichen und unausgeglichenen Klang bei geöffneten und geschlossenen Klappen fehlte allerdings der strahlende Trompetenton. Der Schallaustritt erfolgte über das offene Tonloch und der Schalltrichter wirkte nur noch teilweise auf den Klang. Heinrich Stoelzel und Friedrich Blühmel konstruierten eigenständig um 1815 zunächst für das Horn einen Ventilmechanismus und übertrugen diese Erfindung auf die Trompete. Durch Betätigung der Ventile konnte der Luftweg verlängert oder verkürzt werden. Die Tonhöhe ließ sich damit um einen halben, einen Ganzton oder um eineinhalb Töne senken. Diese bahnbrechende Erfindung im Trompetenbau hat sich bis heute gehalten. War die damalige Stimmung in F und G, so findet man die heutige B-Trompete schon um 1828.
Ausschnitte aus Haynds Trompetenkonzert in Es-Dur, aus Schuberts Streichquartett oder Beethovens Serenade in D-Dur op. 25 stehen ebenso auf dem Programm wie selten aufgeführte Kostbarkeiten. Kennen Sie Onslows Streichquintett, Bottesinis Gran Duo oder Leclairs Sonate op. 3? Höchste Zeit, diese Komponistenpersönlichkeiten und ihre fabelhaften Werke kennenzulernen. Anklicken, anhören und entspannen. Nach und nach wird das digitale Repertoire erweitert, bis wir wieder live für Sie spielen werden.
Wir bedanken uns herzlich für die Unterstützung des Instituts für Musikforschung der Universität Würzburg und hier im Besonderen des Lehrstuhlinhabers Prof. Dr. Ulrich Konrad.