Der Riss durch die Welt

170 Fragmente einer gescheiterten Unterhaltung
von Roland Schimmelpfennig
Team
Bühnenbild: Susanne Hiller
Kostümbild: Su Bühler
Dramaturgie: Barbara Bily
Besetzung
Karoline Marie Reinke (Sue)
Anouk Elias (Sophia)
„Einen besseren Ort, um sich den Weltuntergang vorzustellen, kann man sich kaum denken.“
In einer luxuriösen Villa in den Bergen mit großzügigem Ausblick begegnen sich zwei ungleiche Paare. Der Gastgeber Tom, reicher Unternehmer im Satellitengeschäft und seine Frau Sue sind interessierte Kunstsammler. Geladen sind das Künstlerpaar Sophia und Jared, beide junge Vertreter des Avantgarde-Prekariats. Sophia stellt dem Ehepaar ihr nächstes Kunstprojekt vor und hofft auf finanzielle Unterstützung: ein Fluss aus Blut, Müll und Kadavern. Die Installation eines Weltuntergangsszenarios. Zurückgezogen hinter Glasscheiben, fernab von Stadtleben und Mobilfunknetz, sind die Figuren einander und ihren miteinander unvereinbaren Lebenswelten ausgeliefert. In pointierten Gesprächen kreisen sie immer wieder um die Unterschiede zwischen Arm und Reich, zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten – und haben sich eigentlich nichts zu sagen. Nach und nach werden sie dabei eingehüllt in die Kulisse einer drohenden Apokalypse.

Mit „Der Riss durch die Welt“ schafft Roland Schimmelpfennig, einer der meistgespielten deutschsprachigen Gegenwartsautoren, ein düsteres Gemälde, das gekonnt ein globales Thema wie die irreparable Ausbeutung und Zerstörung unseres Planeten mit einer kammerspielartigen Paarkonstellation verwebt. Das Stück zeichnet sich vor allem durch seine minimalistische Erzähltechnik aus, die – zugleich kunstvoll und klug komponiert – zwischen Dialogen und beschreibenden Passagen wechselt. In Momentaufnahmen rekonstruieren die Figuren samt Haushälterin Maria das gemeinsam erlebte Wochenende und dessen Krisen. Dabei vermischen sich Wahrnehmung und Traum, wenn sie plötzlich von biblischen Plagen heimgesucht werden. Wie die fünf Anwesenden mit dieser Situation umgehen, und ob es für sie ein Zusammenkommen gegen das drohende Untergangsszenario gibt, wird sich zeigen.