Nr. 39/2019 | 20.5.2019| bdt
Ein ganzer Tag im Zeichen des Orchesters für kleine und große Besucher:

Mit Pauken und Trompeten - Orchestererlebnistag mit abschließender Komponisten-Battle

Würzburg, 20. Mai 2019 – Am Samstag, dem 1. Juni, öffnet das Mainfranken Theater Würzburg ab 14 Uhr seine Pforten für einen besonderen Tag im Zeichen der Musik: Das Philharmonische Orchester veranstaltet erstmals einen Orchestererlebnistag für große und kleine Besucher. An verschiedenen Orten des Theaters gibt es Bastel- und Werkaktionen, musikalische Darbietungen und Workshops, die  zum Zuschauen und Mitmachen einladen. Am Abend findet der Erlebnistag mit der Komponisten-Battle im Großen Haus seinen Abschluss.
Der erste Junitag steht ganz im Zeichen des Orchesters, seiner Musik und seiner Instrumente: Neben einem Rohrbaukurs mit Musikern des Orchesters gibt es eine Malstation, an der der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Aufgrund der großen Nachfrage findet eine weitere Vorstellung des Orchesterkarussells statt, bei dem Kinder spielerisch einzelne Instrumente kennenlernen können. Eine ganz besondere Ausgabe des diesjährigen Babykonzertprogramms ist außerdem geplant: Mutige erhalten hier die Gelegenheit, sich nach einem Crash-Kurs selbst als Dirigent zu versuchen. Auch „Peter und der Wolf“ in einer Bläserquintett-Fassung darf bei einem Tag rund um die Orchestermusik nicht fehlen. Darüber hinaus warten viele verschiedene kammermusikalische Darbietungen von der Violinsonate bis zum Kontrabassquartett in Backstage-Konzerten im Theater auf das Publikum.
Music Slam – Wer wird Würzburgs Lieblingskomponist?
Am Abend findet der Erlebnistag mit der erstmals stattfindenden Komponisten-Battle seinen Abschluss im Großen Haus. Das Prinzip entspricht dem eines Poetry Slams: Vier Komponisten treten mit ausgewählten Werken in drei verschiedenen Kategorien im Duell gegeneinander an. Welche Komponisten sich duellieren, entscheidet das Los – welcher Komponist als Sieger hervorgeht und letztlich zu Würzburgs Komponistenliebling gekürt wird, entscheidet das Publikum durch die Lautstärke seines Applauses.

Mit Mozart, Beethoven, Tschaikowski und Dvořák haben sich vier Meister gefunden, die die drei Kategorien „Einsätzige Musikstücke“  (wie Ouvertüren oder Tänze), „Vokalkompositionen“ (Arien oder Lieder) sowie „Sinfoniesätze“ virtuos bedienen. Das Philharmonische Orchester spielt unter der Leitung von Generalmusikdirektor Enrico Calesso und der Ersten Kapellmeisterin Marie Jacquot. Gesangssolist ist der Bariton Uwe Schenker-Primus, moderiert wird der Abend von Konzertdramaturgin Beate Kröhnert.
Nr. 38/2019 | 16.5.2019 | bgr
„Götterdämmerung“ am Mainfranken Theater:

So haben Sie Wagner noch nie gehört

Würzburg, 16. Mai 2019 – Mehrere hochkarätige Rollendebüts und eine Uraufführung machen Richard Wagners „Götterdämmerung“ am Mainfranken Theater zu einem ganz besonderen Ereignis. Die – praktisch ausverkaufte – Premiere ist am 26. Mai, weitere Vorstellungen gibt es bis zum 20. Juli 2019.
Richard Wagner dachte monumental. Seine „Götterdämmerung“, dritter Tag seines Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen“, konzipierte er für ein Orchester mit 115 Musikern, darunter allein 64 Streicher. Mittelgroße Bühnen wie das Mainfranken Theater, die das Werk szenisch aufführen wollten, haben sich daher bislang gern mit einer der zwei existierenden Partiturbearbeitungen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beholfen.

Jetzt liegt mit einer Fassung des Dirigenten und Komponisten Eberhard Kloke aus dem Jahr 2012, die in Würzburg uraufgeführt wird, eine Partitur vor, die nicht einfach – wie es die älteren Bearbeitungen noch taten – auf eine Verkleinerung des Orchesters und den Verzicht auf einzelne Klangfarben setzt. Das Besondere: Kloke behält in seiner Fassung alle typischen Instrumente wie Wagnertuben oder Stierhörner bei und verschlankt zugleich viele Dopplungen, um das Klangbild zu schärfen und im Sinne Wagners sogar weiterzuentwickeln.

So kommen anstelle von 64 Streichern in der Originalbesetzung im Mainfranken Theater beispielsweise lediglich 31 zum Einsatz. Damit das trotzdem nach Wagner klingt, müssen diese Musiker mehr spielen – etwa unterstützen die zweiten Geigen die ersten an den Stellen, an denen Wagner einen besonders üppigen Klang intendierte. Ähnlich arbeitsteilig geht Eberhard Kloke die weiteren Instrumentengruppen an. Ergänzend treten in seiner Fassung Instrumente hinzu, die es zu Lebzeiten Richard Wagners zwar noch nicht gab, die der Komponist, der stets auf der Höhe der Zeit arbeitete, aber mutmaßlich eingesetzt hätte, wenn er sie schon gekannt hätte. Ein Kunstgriff, der eine Ausdifferenzierung der Klangfarben ermöglicht – und der in Würzburg zum Beispiel fünf von sechs Harfen einzusparen hilft, indem diese durch die sphärischen Klänge der Celesta ersetzt werden. Dieses vielseitige Tasteninstrument wurde in Deutschland einige Jahre nach Wagners Tod erstmals produziert.

Hochkarätige Gäste geben ihre Rollendebüts

Ähnlich spektakulär wie im Orchestergraben geht es ab dem 26. Mai auf der Bühne zu. Als Interpreten der zentralen Gesangspartien hat das Mainfranken Theater international renommierte Gäste gewonnen, die allesamt ihr Rollendebüt in der „Götterdämmerung“ geben. So kehrt Paul McNamara mit der Partie des Siegfried nach Würzburg zurück. Der irische Heldentenor ist an der New Yorker Carnegie Hall ebenso gern gesehen wie am Teatro La Fenice in Venedig oder an anderen renommierten internationalen Häusern. Das Würzburger Publikum konnte ihn zuletzt 2018 als Mao in John Adams‘ „Nixon in China“ erleben.

Ihm zur Seite steht mit Elena Batoukova-Kerl als Brünnhilde eine der herausragenden jüngeren Interpretinnen ihres Fachs. Ihre Karriere führte die dramatische Sopranistin bereits an so namhafte Bühnen wie die Wiener Staatsoper, die Deutsche Oper Berlin, die Opéra Bastille de Paris oder zu den Bayreuther und den Salzburger Festspielen. Dabei arbeitet sie regelmäßig mit Dirigenten wie Daniel Barenboim oder Christian Thielemann zusammen. Mit der Partie der Brünnhilde ist Elena Batoukova-Kerl erstmals zu Gast am Mainfranken Theater.

Guido Jentjens (Hagen) war nach ersten Stationen in Düsseldorf, Augsburg, Karlsruhe und Wiesbaden Ensemblemitglied des Staatstheaters Nürnberg. Inzwischen freischaffend tätig, führten ihn Gastengagements an die drei Berliner Opernhäuser, die Staatsoper Hamburg und die Dresdner Semperoper, nach Zürich, Paris sowie in die USA und nach Japan, um nur einige Stationen zu nennen. Sein Repertoire umfasst zahlreiche große Basspartien, von Händel und Mozart (Sarastro, Osmin) über Verdi und das italienische Belcanto-Fach zu den schweren Strauss- (Baron Ochs) und Wagner-Partien (Daland, König Heinrich, Gurnemanz, König Marke und Hunding) sowie zur Moderne.

Kulinarische Genüsse und Kooperationen

Erstklassiger Genuss ist für das Publikum auch abseits der Bühne zu erwarten. Das Catering-Team von Emanuele La Rosa serviert während der Pausen im Theaterfoyer eine Stärkung mit fränkischer Bratwurst, Salat und Sekt im kulinarischen Arrangement. In den Bürgerspital Weinstuben in der Theaterstraße – neben dem Mainfranken Theater – wird während der einstündigen ersten Pause ebenfalls für das leibliche Wohl gesorgt. Chefgastronom Alexander Wiesenegg und sein Team kreieren für die Aufführungstage der „Götterdämmerung“ ein eigenes Auswahl-Menü mit saisonalen Köstlichkeiten. Die Menü-Voucher können an der Theaterkasse erworben werden.

Weitere Informationen und Tickets (Webshop) unter mainfrankentheater.de/goetterdaemmerung bzw. mainfrankentheater.de/webshop. Theaterkasse: Tel. (0931) 3908-124 | karten@mainfrankentheater.de.
Nr. 37/2019 | 15.5.2019 | ink
„Come on along with the Black Rider“:

Erfolgsmusical von Tom Waits feiert Premiere in der neuen Würzburger Behr-Halle

Würzburg, 15. Mai  2019 –  Zum ersten Mal seit der Wiedereröffnung des ehemaligen Efeuhofs des Würzburger Rathauses unter dem neuen Namen Behr-Halle wird dieser Ort zur Spielstätte des Mainfranken Theaters. Mit der Produktion „The Black Rider“ erwartet das Publikum ab dem 23. Mai ein schräger sowie magischer Spaß aus Schauspiel und Musik.
Am 23. Mai feiert das Mainfranken Theater in der Behr-Halle des Würzburger Rathauses erstmals eine Premiere. Zu erleben gibt es das beliebte szenisch-musikalische Stück „The Black Rider: The Casting of the Magic Bullets“.

Der Amtsschreiber Wilhelm und die Försterstochter Käthchen haben sich ineinander verliebt. Doch Käthchens Eltern wünschen sich für ihre Tochter keinen sensiblen Beamten, sondern einen Jäger wie Robert. Um besser entscheiden zu können, wird ein Wettschießen vereinbart, und der Gewinner darf Käthchen heiraten. Leider ist Wilhelm kein guter Schütze, und in seiner Not nimmt er von einem geheimnisvollen Invaliden Kugeln an, die ihr Ziel niemals verfehlen. Als Wilhelm immer treffsicherer wird, erscheint der schwarze Reiter und stellt eine neue Bedingung: Eine der Kugeln gehorcht nur ihm.

Inspiriert durch die Volkssage vom „Freischütz“ entstand  das Stück in Zusammenarbeit von Regisseur Robert Wilson und Autor William S. Burroughs. Als dritter im Bunde lieferte Rocklegende Tom Waits eine außergewöhnliche Partitur.  Die Inszenierung liegt in den Händen von Regisseur Tim Egloff, der am Mainfranken Theater bereits für „Patricks Trick“ verantwortlich zeichnete. Die musikalische Leitung des Abends und der Live-Band übernimmt Hausmusiker Adrian Sieber – zuletzt bekannt für seine Kinderoper „Siegfried, der kleine Drachentöter“.
Nr. 36/2019 | 10.5.2019 | ink
Im Zeichen der Freitagsdemonstrationen:

Der Spielclub Teen X feiert seine Premiere „We play for future“

Würzburg, 10. Mai  2019 –  Der erste von drei Spielclubs am Mainfranken Theater feiert mit „We play for future“ am Samstag, dem 11. Mai, um 15 Uhr Premiere. Das selbst konzipierte Stück erzählt in einer Collage von den Zukunftsideen junger Menschen und lädt das Publikum auf eine Konferenz ein, in der Kühe für die Packeisschmelze verantwortlich gemacht werden und Gehwege durch Trampolinfelder ersetzt werden.
Unter der Leitung von Theaterpädagogin Marlies Hagelauer und Schauspieler Martin Liema hat eine Gruppe junger Menschen seit Oktober ein eigenes Theaterstück am Mainfranken Theater Würzburg entwickelt. Die Zehn- bis 15-Jährigen stellen dem Publikum das Stück „We play for future“ vor.  Aktuell erleben die Kinder und Jugendlichen unmittelbar die Folgen des Klimawandels und der Verschmutzung durch Plastik. Am Mainfranken Theater bringen sie nun  am 11. und 16. Mai ihre eigenen Zukunftsutopien, -ideen und verbesserungen im Kontext des Klimawandels kreativ auf die Bühne.

Im Laufe des Stückes schlüpfen die jungen Theaterschaffenden in die Rollen von Zukunftsforschern, entwickeln eine Brieffreundschaft mit ihrer eigenen Zukunft oder grasen als Kühe über die Bühne, um bei den Zuschauern und in ihrer Generation ein Umdenken für ihre eigene Zukunft einzufordern. Verpackt haben die Spielerinnen und Spieler ihre Ideen in einem ernsten sowie auch unterhaltsamen Theaterstück.
NR. 35/2019 | 3.5.2019 | BDT
Bach – Brahms – Reger zum Saisonabschluss:

Die Meister im siebten Kammerkonzert

Würzburg, 3. Mai 2019 – Finale am Muttertag: Die Kammerkonzertreihe des Philharmonischen Orchesters Würzburg schließt in diesem Jahr am Sonntag, dem 12. Mai. Auf dem Programm der Konzertmatinee im Toscanasaal stehen Werke, die 200 Jahre der Musikgeschichte umspannen. 
Das Streichtrio um Petra, Sebastian und Simon Kuhn widmet sich gemeinsam mit Generalmusikdirektor Enrico Calesso am Flügel dem Streichtrio in a-Moll op. 77b von Max Reger, dem Klavierquartett in g-Moll op. 25 von Johannes Brahms sowie einer Auswahl an dreistimmigen Sinfoniae von Johann Sebastian Bach in einer Bearbeitung
für Streichtrio.

Während der Begriff „Sinfonie“ heutzutage Assoziationen zu großen Orchesterwerken hervorruft, bezeichnete Bach mit „Sinfoniae“ Übungsstücke für das Klavier. Viele der nachfolgenden Komponistengenerationen erhielten im Studium der Bachschen Lehrstücke wesentliche Einblicke in die von puristischer Makellosigkeit geprägten Werke. In Arrangements von Hartwig Röhm stellt das Trio die Sinfoniae in D-Dur und F-Dur den Komplementärwerken in Moll gegenüber.
Nr. 33&34/2019 | 30.4.2019 | bgr
Mainfranken Theater setzt auf „Familienbande“ / Letzte Saison im „alten“ Haus:

Die Spielzeit 19/20 in Würzburg

Würzburg, 30. April 2019 – Es ist die letzte komplette Saison vor der Eröffnung des neuen Kleinen Hauses und vor der sanierungsbedingten Schließung des Großen Hauses: die Spielzeit 19/20 am Mainfranken Theater. Das neue Programm der Würzburger Bühne steht ganz im Zeichen der familiären Gemeinschaft. „Familienbande“ lautet das Leitmotiv der Saison, die Intendant Markus Trabusch und sein künstlerisches Leitungsteam am heutigen Dienstag im Burkardushaus Würzburg vorstellten. Trabusch lässt Neues auf Bewährtes treffen, kombiniert Klassiker mit Erst- und Uraufführungen. Die zugehörigen Programmpublikationen sind ab sofort im Theater erhältlich, die bereits disponierten Vorstellungen sind im Internet unter mainfrankentheater.de/spielplan abrufbar. Der Kartenvorverkauf startet am 2. Juli.
Sie ist der Nukleus der Gesellschaft. Praktisch alle Parteien widmen ihr eigene politische Positionen. Und sie steht, das belegen aktuelle Studien, insbesondere bei jungen Menschen wieder hoch im Kurs: die Familie. Die Familie ist ein Ort, in dem Menschen, in welcher Lebensform auch immer, dauerhaft Verantwortung füreinander übernehmen. Dass dieses Ideal auch als Klischee entlarvt werden oder trefflich scheitern kann, macht es reizvoll für die künstlerische Auseinandersetzung auf der Bühne. Nach „Religionen“ und „Heimat“ in den vorangegangenen Spielzeiten widmet sich das Mainfranken Theater Würzburg unter dem Begriff „Familienbande“ also auch in der Saison 19/20 einem Leitthema mit Reibungspotenzial. Intendant Markus Trabusch: „Dass die Diskussion um den Familiennachzug von Asylberechtigten zuletzt so vehement geführt wurde, ist nur ein Aspekt von vielen, der uns die Aktualität und emotionale Tiefe des Themas vor Augen führt.“

Das Theater als der Ort, an dem in Gesellschaft für die Gesellschaft verhandelt werde, was alle angehe, sei dazu bestimmt, aktuelle Themen wie dieses aufzugreifen und auf künstlerische Art zu beleuchten, meint Trabusch. „Wir wollen mit unserer Arbeit dazu beitragen, uns zu vergewissern, wer wir sind, was unsere Werte ausmacht und wie wir unsere Zukunft gestalten wollen. Theater will unterhalten, zum Nachdenken anregen – und möchte vor allem das Gespräch entfachen“, so der Intendant.

Von Verdi bis Eötvös

Reichlich Gesprächsstoff und gute Unterhaltung bietet im Musiktheater ein Spielplan, der mit Verdis "Rigoletto" in der Regie von Markus Trabusch (Premiere 12.10.2019) oder mit dem Musical "Evita" (Premiere 30.11.2019) Hitverdächtiges präsentiert, der mit dem "Goldenen Drachen" von Peter Eötvös aber beispielsweise auch einen der meistgespielten Musikdramatiker der Gegenwart erstmals am Mainfranken Theater vorstellt (Premiere 25.1.2020). Dem roten Faden „Familienbande“ kann der geneigte Besucher dabei an verschiedenen Stellen folgen. So erzählt "Rigoletto" vom Spannungsverhältnis zwischen Privatem und der Öffentlichkeit und wirft die Frage auf: Lässt sich die Familie völlig vom gesellschaftlichen oder beruflichen Leben trennen – und für wen soll das gut sein?

Eine tragische Zuspitzung problematischer Familienbeziehungen spiegelt die berühmte Geschichte von Romeo und Julia wider. Zu Gehör gebracht wird sie in Bellinis großer Belcanto-Oper "I Capuleti e i Montecchi" (Premiere 24.5.2020). „Spannend scheint Bellinis Oper nicht zuletzt vor dem Hintergrund der parallelen Beschäftigung mit dem Œuvre Richard Wagners“, stellt Operndirektor Berthold Warnecke fest. „Wagner bewunderte Bellini, für dessen 'Norma' er die Bass-Einlage-Arie ‚Norma il predisse‘ komponierte. Bellinis weit ausgreifende Melodien wurden unmittelbar vorbildhaft für Wagners eigene Ideen einer ‚unendlichen Melodie‘“, so Warnecke. Dem Zusammenhang lässt sich nachspüren in Wagners Musikdrama "Das Rheingold", das das Mainfranken Theater nach seiner Beschäftigung mit der "Götterdämmerung" in der ausgehenden Spielzeit – und mit der neuerlichen Unterstützung des Richard-Wagner-Verbands Würzburg-Unterfranken e.V. – ab dem 14. März 2020 auf den Spielplan setzt.

Aufbegehren gegen die Väter

Wie in kaum einem anderen Stück seiner Zeit verbindet sich in Schillers Schauspiel "Kabale und Liebe" auf radikale Weise der Kampf um eine romantische Liebe mit dem Aufbegehren gegen die Autorität der Väter und für das Recht auf Selbstbestimmung (Premiere 28.9.2019). Die berühmten "Comedian Harmonists" wiederum verlieren durch die rassistische nationalsozialistische Politik angesichts ihrer Familienbande ihre Auftrittsmöglichkeiten (Premiere 19.10.2019).

Die deutschsprachige Erstaufführung "5 Kilo Zucker" (Premiere 29.11.2019) ist eine außergewöhnliche Komödie des preisgekrönten israelischen Autors Gur Koren über die dritte Generation nach der Shoa. Sie erzählt mit Sprachwitz und Situationskomik nicht nur vom Umgang mit der Geschichte der Großeltern, sondern auch von der Herausforderung, neue Familienbande zu knüpfen.

Markus Trabusch: „Wir verfolgen unseren thematischen roten Faden über die Jahrhunderte unseres kulturellen Erbes bis hin zur Uraufführung eines Kinderstücks in der Kammer.“ Stefan Wipplingers "Wie Schnuppen von den Augen" dreht sich um zwei beste Freunde, die wie Brüder sind, bis eine neue Nachbarin in ihr Leben tritt (Premiere 2.4.2020; ab neun Jahren). Die Uraufführung wird ermöglicht durch ein Stipendium, das vom Kinder- und Jugendtheaterzentrum Frankfurt in Kooperation mit dem Deutschen Literaturfonds vergeben wird. Ihre Förderinitiative „Nah dran!“ zeichnet sich durch die programmatische Zusammenarbeit der Autorinnen und Autoren mit ihren Partnertheatern aus, die sich auch gemeinsam für das Stipendium bewerben.

Von Ursprüngen und Archetypen

Sind wir Menschen durch unsere Ursprünge in Afrika nicht alle miteinander verwandt, fragt der Tanzabend "Es war einmal…" von Kevin O’Day (Premiere 3.11.2019). Der Artist in Residence lässt sich vom Leitthema „Familienbande“ zu seinem ersten abendfüllenden Werk für die Tanzcompagnie des Mainfranken Theaters inspirieren. Dabei setzt O’Day seine seit Jahrzehnten bestehende künstlerische Zusammenarbeit mit John King fort, der mit der Musik zum Stück beauftragt ist. Der US-amerikanische Komponist schreibt regelmäßig für renommierte Ensembles wie das Kronos Quartet oder das Belgrad Philharmonic Orchestra und arbeitete – zeitweise gemeinsam mit John Cage – über viele Jahre mit dem Tänzer und Choreografen Merce Cunningham in New York zusammen.

"Naked", „ein ohne Scheu schönes Stück“ (Frankfurter Rundschau), feierte bereits bei seiner Uraufführung 2016 am Nationaltheater Mannheim Erfolge. Nun kommt die Produktion von Dominique Dumais in einer Adaption für das Große Haus des Mainfranken Theaters nach Würzburg (Premiere 31.1.2020). Archaische Geschichten und Bande sind der Bezug zum Spielzeitmotiv, mit dem sich die Ballettdirektorin des Mainfranken Theaters darüber hinaus in ihrer neuen Choreografie "#mythos" auseinandersetzen will (Premiere 25.4.2020). „Wir wollen bekannte Archetypen betrachten, die in den Geschichten aller Zeiten und Kulturen auftraten, um nach Spuren zu suchen, die bis in die Gegenwart hineinwirken“, beschreibt Dumais den bevorstehenden künstlerischen Entwicklungsprozess. Der Abend wird musikalisch gestaltet vom Philharmonischen Orchester Würzburg unter der Leitung seines neuen Ersten Kapellmeisters und stellvertretendenGeneralmusikdirektors Gábor Hontvári.

Synthese aus Kunst und Leben

„Familienbande“ – ein in Musikerkreisen ebenfalls ergiebiges Thema – inspirierten auch den Konzertkalender der neuen Saison. Prominente Beispiele sind die Mozarts, die Haydn-Brüder, die Mendelssohn-Geschwister oder das Künstlerehepaar Schumann. Und, allen voran, die Familie Wagner: „Richard Wagner hat wie kaum ein anderer die Synthese aus Kunst und Leben praktiziert“, meint Enrico Calesso und markiert mit einem musikalischen Porträt von Vater Richard und Sohn Siegfried folgerichtig den Auftakt seiner neuen Sinfoniekonzertreihe. „Wir freuen uns außerordentlich, dass uns der Richard-Wagner-Verband Würzburg-Unterfranken bei unseren Wagner-Projekten auch in der Spielzeit 19/20 begleitet“, so der Generalmusikdirektor. Mit auf dem Programm des ersten Sinfoniekonzerts steht Franz Liszt, Vater der zweiten Ehefrau Richard Wagners. Dirigent Calesso und Pianist Bernd Glemser gestalten die zwei Abende im Oktober 2019 mit dem Philharmonischen Orchester Würzburg in der Hochschule für Musik.

In den Würzburger Dom führt im Februar 2020 das vierte Sinfoniekonzert und bringt dort mit Gustav Mahlers dritter Sinfonie eine ganze Welt zum Klingen. Komponiert am Ausgang des 19. und uraufgeführt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, überschreitet Mahlers dritter Gattungsbeitrag in jeder Hinsicht Grenzen. Es ist ein besonderer Höhepunkt des Konzertkalenders, den das Philharmonische Orchester unter der Leitung von Enrico Calesso gemeinsam mit den Würzburger Domsingknaben und den Damen des Opernchors des Mainfranken Theaters präsentiert.

Was ist Familie?

Seine bewährte Kooperation mit der Akademie Domschule Würzburg setzt das Mainfranken Theater ab dem Frühjahr 2020 in einer Vortrags-und Gesprächsreihe fort, in der Referenten aus Journalismus, Politologie, Sozialwissenschaft, Theologie und Philosophie gesellschaftliche Entwicklungen und Modelle vor dem Hintergrund der Frage „Was ist Familie?“ beleuchten.

Um auch die enge Zusammenarbeit mit den Schulen weiterzuführen und allen Altersschichten kontinuierlich ein attraktives Programm zu bieten, finden sich im Spielplan der kommenden Saison zahlreiche Angebote für junge Menschen und Familien. Dazu zählen die beliebten Baby-, Familien- und Schulkonzerte, das Jugendstück "Schwalbenkönig" von Stefan Hornbach (Premiere 22.11.2019; ab zwölf Jahren), "Der Räuber Hotzenplotz" in der Weihnachtszeit (Premiere 24.11.2019; ab fünf Jahren), Gian Carlo Menottis Opernkrimi "Das Medium" (Premiere 15.3.2020; ab 13 Jahren) und "Wie Schnuppen von den Augen" (Premiere 2.4.2020; ab neun Jahren). Das in der Spielzeit 18/19 eingeführte Orchesterkarussell wird in der neuen Saison mobil und kommt, entsprechende Räumlichkeiten vorausgesetzt, direkt zu seinen jungen Zuhörern zwischen vier und zehn Jahren.

Bei seinem ganztägigen AUFTAKT! (22.9.2019) stellt das Mainfranken Theater Würzburg seinen neuen Spielplan vor und gibt in einer Abendveranstaltung, die alle Sparten einbezieht, erste – auch szenische – Einblicke in die kommenden Produktionen. Auf dem Programm 19/20 stehen insgesamt sechs Premieren und eine Wiederaufnahme im Musiktheater; zehn Neuproduktionen, darunter eine deutschsprachige Erst- und eine Uraufführung, sowie drei geplante Wiederaufnahmen im Schauspiel; drei Premieren und eine geplante Wiederaufnahme im Tanz; je sechs Sinfonie- und Kammerkonzerte sowie zahlreiche Konzertevents vom weihnachtlichen „It’s Christmas Time“ bis zum Sommerkonzert im Zeichen von „Romeo und Julia“. Die zugehörigen Jahrespublikationen 19/20 sind ab sofort im Theater erhältlich, die bereits disponierten Vorstellungen sind im Internet unter mainfrankentheater.de/spielplan abrufbar. Der Kartenvorverkauf startet am 2. Juli 2019.
Nr. 32/2019 |17.4.2019 | ink

Höhepunkte des Spielplans im Mai, Juni und Juli 2019

Besonderes Schauspiel mit Musik von Tom Waits: „The Black Rider“

Der Amtsschreiber Wilhelm und die schöne Försterstochter Kätchen haben sich ineinander verliebt. Doch Kätchens Eltern wünschen sich für ihre Tochter keinen sensiblen Beamten, sondern einen Mann wie den Jägerburschen Robert. Um besser entscheiden zu können, wird ein Wettschießen vereinbart, und der Gewinner darf Kätchen heiraten. Leider ist Wilhelm kein guter Schütze und in seiner Not nimmt er von einem geheimnisvollen Invaliden Kugeln an, die ihr Ziel niemals verfehlen. Als Wilhelm immer treffsicherer wird,  erscheint plötzlich ein schwarzer Reiter, der die Bedingung für die magischen Kugeln nennt: Eine der Kugeln gehorcht nur ihm. Inspiriert durch die Volkssage vom „Freischütz“ entstand zu Beginn der 1990er Jahre die musikalisch-szenische Produktion „The Black Rider: The Casting of the Magic Bullets“ in Zusammenarbeit von Regisseur Robert Wilson und Autor William S. Burroughs. Als dritter im Bunde lieferte Rocklegende Tom Waits den musikalischen Input. Am 23. Mai feiert das Schauspiel mit Musik die Premiere in der Behr-Halle des Würzburger Rathauses.

Erstmals am Mainfranken Theater: Richard Wagner „Götterdämmerung“

Der Tod Siegfrieds führt die „Ring“-Erzählung um Walhall, Wotan und die Walküren zu ihrem Ende; der von Brünnhilde entfachte Weltenbrand sühnt die Urschuld des Nibelungen Alberich, den Raub des Rheingolds. Am Mainfranken Theater markiert die „Götterdämmerung“ darüber hinaus einen programmatischen Schlusspunkt:  Nach Meyerbeers „Hugenotten“ (2016) und Verdis „Sizilianischer Vesper“ (2018) beendet die Produktion die über drei Spielzeiten geführte Auseinandersetzung mit der großen historischen Oper des 19. Jahrhunderts und ihren religiösen und gesellschaftlichen Untergangsszenarien. Als Regisseur kehrt der Japaner Tomo Sugao ans Mainfranken Theater zurück, der hier bereits im Oktober 2016 Meyerbeers „Hugenotten“ sowie im Mai 2018 John Adams‘ Minimaloper „Nixon in China“ spektakulär in Szene gesetzt hat.  „Götterdämmerung“ ist ab dem 26. Mai 2019 erstmals überhaupt am Mainfranken Theater zu erleben und wartet mit zahlreichen Rollendebüts auf. 
Die Realisierung der „Götterdämmerung“ wird möglich dank der großzügigen Unterstützung durch den Richard-Wagner-Verband Würzburg-Unterfranken e.V., der bei dieser Produktion zusammen mit der Herbert Hillmann und Margot Müller Stiftung einmal mehr als Förderer und Partner an der Seite des Mainfranken Theaters steht.

Märchenhafter Saisonabschluss: „Hänsel und Gretel“

Mit „ Hänsel und Gretel“ gelang Engelbert Humperdinck 1893  der große Durchbruch. Es ist seine erste vollständig ausgearbeitete Oper, komponiert auf ein Libretto seiner jüngeren Schwester Adelheid Wette und nach dem bekannten Märchen der Brüder Grimm. Die Gattungsbezeichnung „Märchenspiel“ weitet den Interpretationsrahmen aber auch zum abgründigen Symbolspiel um Leben, Tod und Erlösung. Der Irrpfad der Kinder, er führt nicht nur in den dunklen Wald, sondern auch in das unbehauste und unheimliche Dickicht der Seele. Nach ihrer Regiearbeit in „Was ihr wollt“ in der Spielzeit 17/18 kehrt Sigrid Herzog wieder an das Mainfranken Theater zurück und widmet sich nun dem Musiktheater. In Zusammenarbeit mit Chorleiter Anton Tremmel und der Theaterpädagogik wurde eigens für die Produktion ein Kinderchor gecastet, dem eine tragende Rolle in Herzogs Inszenierung zukommt.

Highlights aus dem Konzertkalender

Den Abschluss der Kammerkonzertsaison gestalten Petra Kuhn, Simon Kuhn, Sebastian Kuhn und Enrico Calesso am 12. Mai. Es erklingen das Klavierquartett in g-Moll von Johannes Brahms, Johann Sebastian Bachs vier Sinfonien für Streichtrio sowie Max Regers Streichtrio in a-Moll.

Am 1. Juni treten Mozart, Mendelssohn, Beethoven und Mahler bei einem Komponisten-Battle gegeneinander an. Welche Komponisten sich im Duell begegnen, entscheidet das Los. Wer in die nächste Runde einzieht, und wer am Ende zum Würzburger Komponistenliebling ernannt wird, liegt beim Publikum.

Im Rahmen des Mozartfestes Würzburg findet am 13. Juni das Kaisersaalkonzert statt. An der Seite des Philharmonischen Orchesters unter der Leitung von Generalmusikdirektor Enrico Calesso spielt die niederländische Violinistin  Noa Wildschut. Auch die Nachtmusik ist  am 22. Juni wieder im Hofgarten der Residenz Würzburg zu erleben.

Am 12. und 13. Juli lädt das Philharmonische Orchester Würzburg in den Kaisersaal zur Italienischen Nacht. Im herausragenden Ambiente von Residenz und Hofgarten machen Werke von Rossini, Puccini und Verdi die Operngala auch in diesem Jahr zu einem besonderen Konzerterlebnis. Die Solisten Silke Evers und Joachim Goltz geben sich, neben Florian Schmidt-Bartha am Violoncello, die Ehre. Kulinarisch abgerundet wird der Abend mit einem großen italienischen Buffet.

Den Ausklang der Konzertsaison gestaltet das Philharmonische Orchester mit Charme und Esprit beim Open-Air-Konzert im Rathaushof am 26. Juli. Dem Tanz in all seinen Facetten – vom galanten Walzer bis zum leidenschaftlichen Tango – widmet sich das Konzertprogramm mit Werken von Mozart bis Bernstein.

Vortrags- und Gesprächsreihe: „Was heißt Heimat?“

Die Frage „Was heißt Heimat“ stellen wir in zwei abschließenden Terminen unserer Vortrags- und Gesprächsreihe. Am 6. Mai setzt sich Prof. Dr. Matthias Rémenyi – Lehrstuhlinhaber  für Fundamentaltheologie und vergleichende Religionswissenschaft an der Universität Würzburg – mit  der theologischen Bedeutung von Heimat auseinander.  Autor Dr. Ibon Zubiaur widmet sich am 24. Juni den Fragen, wie eine Nation geschaffen wird und wie sich das Bewusstsein nationaler Zugehörigkeit durchsetzt, und beschließt damit die  Gesprächsreihe für die Saison 18/19. 

Terminüberblick

Was heißt Heimat? Mit Prof. Dr. Matthias Rémenyi --> 6.5.
Trashlab: So not Mothersday -->10.5.
Bach - Brahms - Reger: 7. Kammerkonzert --> 12.5.
99 – Die öffentliche Probe: „Götterdämmerung“ --> 16.5.
Premiere: „The Black Rider“  --> 23.5. 
Premiere: „Götterdämmerung“ -->  26.5.
Komponisten-Battle --> 1.6.
Kaisersaalkonzert  --> 13.6.
Nachtmusik --> 22.6.
Was heißt Heimat? Mit Dr. Ibon Zubiaur --> 24.6.
Premiere: „Hänsel und Gretel“ --> 7.7. 
Italienische Nacht  --> 12.7. & 13.7.
2. Rathauskonzert  --> 26.7.
NR. 31/2019 | 15.4.2019 | bdt
Carmina is Calling:

Das Großprojekt „Carmina Burana” mit 230 Beteiligten im Mainfranken Theater

Würzburg, 15. April 2019 – Carl Orffs Kantate „Carmina Burana“ ist am 27. April gleich zwei Mal in großer Besetzung im Mainfranken Theater zu erleben: Neben dem abendlichen Konzert um 19:30 Uhr, für das eventuell noch Restkarten an der Abendkasse erhältlich sind, kann auch die öffentliche Generalprobe um 11 Uhr zum Ticketpreis von 15 € besucht werden. Gemeinsam treten der Opernchor des Hauses, ein eigens zusammengestellter Projektchor, ein neu gecasteter Kinderchor, die Junge Philharmonie Würzburg, das Philharmonische Orchester Würzburg sowie die Solisten Akiho Tsujii, Mathew Habib und Daniel Fiolka im Großen Haus auf, um Orffs Meisterwerk zu präsentieren.
Das Konzertprojekt mit rund 230 Beteiligten verspricht klangstark zu werden: Im Rahmen der Initiative „Ohren auf! In Concert“ spielt die Junge Philharmonie an der Seite ihres Patenorchesters, dem Philharmonischen Orchester Würzburg. 50 junge Musiker im Alter von 13 bis 21 Jahren wurden ausgewählt, um unter der Leitung von Generalmusikdirektor Enrico Calesso ab dem 22. April in fünf Tagen gemeinsam mit den Profis ein großes Orchester zu formen. Zur gesanglichen Unterstützung des Opernchores suchte das Theater zu Beginn des Jahres chorerfahrene Sängerinnen und Sänger, die seit der Probenphase ab Februar einen Projektchor bilden. Knapp 100 Interessierte meldeten sich, um bei dem Konzertprojekt mitzumachen. Ebenfalls wird ein Kinderchor mit etwa 50 Sängerinnen und Sängern im Alter von sechs bis 14 Jahren auf der Bühne stehen. Der Kinderchor wird außerdem weiter als wichtiger Teil der Produktion „Hänsel & Gretel“ ab Juli im Mainfranken Theater zu sehen sein.

Sein Meisterwerk stellte Carl Orff 1936 fertig, begonnen hatte er die Arbeit aber bereits zwei Jahre zuvor: 1934 erhielt Orff ein Buch, das er kurz zuvor in einem Würzburger Antiquariatskatalog entdeckt und sogleich bestellt hatte. Es war eine Handschrift mit lateinischen Liedern und Gedichten aus dem 8. Jahrhundert mit dem Titel Carmina Burana. Hierin las der Komponist jene Verse, die ihn zum Eingangschor „O fortuna, velut luna“ seiner bekannten und markanten „Carmina Burana“ inspirieren sollten.
NR. 30/2019 | 5.4.2019 | BDT
Vom Finden einer neuen künstlerischen Heimat:

Tanzabend Muttersprache ab dem 13. April im Großen Haus

Würzburg, 5. April 2019 – Die Muttersprache ist das erste Medium, mit dem sich Menschen differenziert und gleichzeitig bewusst mitteilen können. Doch bereits vor der verbalen Ausdrucksweise entwickelt jeder eine eigene Körpersprache, die universell und doch in erheblichem Maße kulturell bedingt ist. Ab dem 13. April nähert sich Ballettdirektorin Dominique Dumais gemeinsam mit der Tanzcompagnie des Mainfranken Theaters in „Muttersprache“ dem Spielzeitthema „Heimat“ auf sehr persönliche Weise.
Die Tanzproduktion „Muttersprache“ von Dominique Dumais verwebt die ureigene Bewegungssprache ihrer zwölf Tänzerinnen und Tänzer aus zehn unterschiedlichen Nationen mit den individuellen Erfahrungen ihrer Biografien und ihrer Heimaten. In collagenhaften Sequenzen werden so Geschichten erzählt, die sich mit den Fragen beschäftigen: Was ist uns gemein, was unterscheidet uns? Welche Brücken oder Mauern bauen Sprachen? Wo oder was ist unser Zuhause? Wie findet man eine gemeinsame Bewegungssprache, und wie formt man eine Gemeinschaft? Das Aufeinandertreffen verschiedener kulturgeprägter Werte und Lebensvorstellungen erzeugt dabei eine spannende Reibung und eine Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit. Auch musikalisch werden die Einflüsse unterschiedlicher Nationen in den Geschichten deutlich. Als wichtiges Element wird außerdem die gesprochene Sprache in den Tanzabend „Muttersprache“ integriert.

Die einzelnen Tänzerinnen und Tänzer der Compagnie wurden stark in die Entstehung dieser Tanzproduktion einbezogen, sei es durch den kulturellen und persönlichen Erfahrungsaustausch, durch den eigenen künstlerischen Ausdruck oder auch durch das gemeinsame Ergründen der Darstellungsweise von Sprache und Interpunktion im Tanz.
Nr. 29/2019 | 4.4.2019 | bdt
Das Spielzeitthema „Heimat“ im Konzertsaal:

Sechstes Sinfoniekonzert Russland

Würzburg, 4. April 2019 – Im sechsten und damit letzten Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters Würzburg in der Saison stehen Meisterwerke zweier russischer Komponisten auf dem Programm. Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Enrico Calesso wird die fünfte Sinfonie Peter Tschaikowskis und, gemeinsam mit der Pianistin Anika Vavic, Sergej Prokofjews drittes Klavierkonzert präsentiert.
Für die beiden Komponisten Sergej Prokofjew und Peter Tschaikowski fußte ein grundlegender Teil des künstlerischen Selbstverständnisses und damit ein wesentlicher Aspekt ihrer Persönlichkeit auf ihrer russischen Heimat. Das Leben und Wirken in ihrem Heimatland ließ die Komponisten jedoch nicht minder international erfolgreich sein und versperrte keinem der beiden den Blick ins Musik schaffende Ausland. Doch wie bei vielen anderen Musikerkollegen war Heimat ein nötiges Band zur russischen Seele, die sich als authentisches Moment auch in der Musik wiederfindet.

Mit Prokofjews drittem Klavierkonzert spielt die Pianistin Anna Vavic erstmals an der Seite des Philharmonischen Orchesters Würzburg. Peter Tschaikowskis fünfte Sinfonie, seine „Schicksalssinfonie“, markiert nicht nur einen Wendepunkt seines ereignisreichen Lebens, sondern gibt gleichzeitig auch Einblick in die russische Seele des Komponisten.

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