Folgt dem schwarzen Reiter!

Premiere des musikalischen Erfolgsstücks „The Black Rider“
Zum ersten Mal seit der Wiedereröffnung des ehemaligen Efeuhofs unter dem neuen Namen Behr-Halle wird dieser Ort im Zentrum Würzburgs zur Theaterspielstätte. Mit dem Musical „The Black Rider“ des Autoren William S. Burroughs und des Musikers Tom Waits, das der Regisseur Robert Wilson 1990 am Thalia Theater in Hamburg zur Uraufführung brachte, erwartet das Publikum ein schräger magischer Spaß aus Schauspiel und Musik.

„Come on along with the Black Rider – let’s have a gay old time!” – Mit diesen Worten wird das Spiel eröffnet. Es ist die verführerische Einladung an alle Beteiligten, sich auf die Reise mit dem Schwarzen Reiter zu begeben, der nicht nur auf die „gute alte Zeit“ verweist, sondern mit den menschlichen Trieben und Träumen ein perfides Spiel treibt. Sein Versprechen lautet: teuflisch gute Unterhaltung! Auf Grundlage von Motiven der Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber (1821) entwickelten William S. Burroughs und Tom Waits ein Musical mit großen Schauspielanteilen, das bereits mit der Erstinszenierung durch Robert Wilson ein weltweiter Erfolg wurde. Unter der Regie von Tim Egloff ist es nun erstmals in Würzburg zu erleben.

WER LIEBEN WILL, MUSS SCHIESSEN KÖNNEN!

Die Försterstochter Käthchen liebt den Amtsschreiber Wilhelm. Und er will sie am liebsten sofort heiraten. Klingt einfach, ist aber problematisch, Oberförster Bertram hat nämlich den Jäger Robert für seine Tochter vorgesehen – patriarchale Regel der Erbförsterei. In einem Wettschießen mit diesem soll Wilhelm seine Jagdkünste unter Beweis stellen. Wilhelm jedoch kann nicht schießen und nimmt deshalb die Hilfe des mysteriösen Stelzfuß‘ an, der ihm magische Kugeln überlässt, mit denen er jedes Ziel trifft. Als Wilhelm den genialen Stoff verbraucht hat und sich neuen gießen will, erscheint Stelzfuß, und das Unheil nimmt seinen Lauf. Die Textvorlage von William S. Burroughs weist eine starke Referenz zu den dunklen Seiten seines eigenen Lebens auf. Im betrunkenen Zustand erschoss der Waffennarr, der später zu einem der wichtigsten US-Literaten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde, 1951 seine Ehefrau Joan Vollmer bei einem an „Wilhelm Tell“ erinnernden Spiel. Sein Text ist gespickt von melancholisch-morbiden Bildern der Jägerei und Waldfinsternis, unterhält aber gleichzeitig mit Slapstick-Humor und selbstironischen Spitzen. Kongenial dazu komponiert Tom Waits eine Partitur, die sowohl berührende Balladen als auch wahnwitzige Upbeat-Nummern umfasst.

ZEITLOSE UNTERHALTUNG UNTER FAST FREIEM HIMMEL

Zwei Monate, nachdem im April 1821 der Jurist Wilhelm Joseph Behr zum Ersten Bürgermeister der Stadt Würzburg gewählt worden war, kommt im Königlichen Schauspielhaus Berlin Carl Maria von Webers „Freischütz“ zur Uraufführung. Dessen moderne Fortschreibung „The Black Rider“ feiert in der Inszenierung von Tim Egloff mit Mitgliedern des Schauspiel-Ensembles des Mainfranken Theaters am 23. Mai Premiere. Wettertechnisch überlässt diese neue Außenspielstätte nichts dem Zufall, verfügt sie nun über ein regensicheres Glasdach, das die restaurierten historischen Mauern überdeckt. Die Bühnen- und Kostümbildnerin Nicole Zielke ergänzt die örtlichen Gegebenheiten mit nur wenigen Bühnenelementen und entwickelt für die Kostüme eine extravagante Ästhetik mit Elementen aus der Rock- und Gothic-Szene sowie historischen Anleihen. Für die musikalische Gestaltung ist Adrian Sieber verantwortlich, der mit einer sechsköpfigen Live-Band Abend für Abend stimmungsvolle Unterhaltung garantiert. In diesem Sinne: „Come on along with the Black Rider – Let‘s have a gay old time!“
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